21.2.2009: Gedenkveranstaltung
Karl Gass, „Vater des DDR-Dokfilms”, ist tot.
Das Filmmuseum Potsdam gedenkt gemeinsam mit dem Filmverband Brandenburg und der Rosa Luxemburg Stiftung Brandenburg des großen Regisseurs und Autors in einer Veranstaltung am Sa, 21. Februar 2009 um 11 Uhr.
Nur wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag verstarb am Donnerstag, den 29.1.2009, der Dokumentarist Karl Gass.
Nach britischer Kriegsgefangenschaft arbeitete er als Rundfunkjournalist beim NWDR in Köln und ging 1948 in den Osten, wo er bis 1951 ebenfalls beim Hörfunk, dann beim DEFA-Dokumentarfilm tätig war.
121 Filme verzeichnen seinen Namen als Autor, Szenarist, Kommentator, Regisseur, Mentor, Initiator. Mit seinen Filmen mischt er sich ein, nimmt Partei in den Auseinandersetzungen zwischen Ost und West, ist den Widersprüchen und Unzulänglichkeiten des sozialistischen Lebens auf der Spur und bleibt auf der Suche nach der historischen Wahrheit – auch nach 1990 mit seinen Büchern.
Seine Arbeiten hinterlassen Spuren: Die wirklichkeitsgetreue Beschreibung des Arbeiterlebens auf der Großbaustelle Schwedt „Feierabend”, wird 1964 vom Britischen Filminstitut als „Weltbester Dokumentarfilm” geehrt. Die Filme von Winfried Junge, Jürgen Böttcher, Volker Koepp, Gitta Nickel, die heute für den der Wirklichkeit verpflichteten Dokumentarfilm der DDR stehen, teilen seine Sicht auf den ostdeutschen Alltag und verweisen auf ihn als Mentor und Lehrer. Sein preisgekrönter Film „Das Jahr 1945” zieht zwei Millionen Zuschauer in die Kinos, da er die schmerzhaften Erfahrungen mit Krieg und Kriegsende wahrhaftig und tiefgründig behandelt. 1955 ist er Mitbegründer des Leipziger Dokumentarfilmfestivals, das als nationale Leistungsschau beginnt, später unter seiner Mitwirkung zum Treffpunkt der „Dokumentaristen der Welt“ wird.
Im Jahr 2005 gab Karl Gass seine Arbeitsmaterialien in die Hände des Filmmuseums Potsdam. In seinem Nachlass befinden sich Produktionsunterlagen, Exposés zu seinen Filmen, Szenarien, seine Korrespondenz, Plakate sowie Fotos zu seinen Filmen aus den Jahren 1947 bis 2003.
21.2., 11 Uhr
Persönliche Worte des Gedenkens
von Winfried Junge, Irmgard von zur Mühlen, Horst Pehnert u.a.
2 Tage im August. Rekonstruktion eines Verbrechens
R: Karl Gass, DDR 1981, Dok., 29’
Anschließend:
Begegnungen zu Ehren von Karl Gass im Museumsfoyer
Mehr zu Karl Gass
Biographie Karl Gass unter www.filmmuseum-potsdam.de/html/de/480-1577.htm
Filmographie Karl Gass unter www.filmmuseum-potsdam.de/html/de/480-1578.htm




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