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Roman Polanski; F: M. Thomas
Roman Polanski; F: M. Thomas 

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Roman Polański im Filmmuseum

Eine Zusammenarbeit von Filmmuseum Potsdam und der Studio Babelsberg AG

Am 4. Februar fiel die erste Klappe für Roman Polanskis neuesten, mit Spannung erwarteten Film „The Ghost”, ein zeitgenössischer Thriller basierend auf der Romanvorlage von Robert Harris, mit Pierce Brosnan, Ewan McGregor und Kim Cattrall in den Hauptrollen. Gedreht wird hauptsächlich in den Babelsberger Studios und in Berlin. Das Filmmuseum Potsdam hat die Ehre, Roman Polanski am 19. Februar im Rahmen der Studio Babelsberg film.talks zu einem Gespräch begrüßen zu dürfen.
Der Regisseur wird über sein Werk sowie über sein aktuelles Projekt sprechen. Eine exklusive Gelegenheit für alle Filminteressierten! Im Anschluss an das Gespräch wird Polanskis Film „Der Mieter” gezeigt.

Die Studio Babelsberg film.talks haben zum Ziel, über aktuelle Produktionen und Entwicklungen des Studios zu informieren. Die Gäste - Regisseure, Szenenbildner, Produzenten, aber auch Vertreter von Studio Babelsberg - berichten über ihre Arbeit und stellen sich den Fragen des Publikums. Eine jeweilige Werkschau im aktuellen Kinoprogramm des Museums ergänzt die Gespräche.

Polański in Potsdam Filmreihe vom 26. Januar bis 26. Februar
Den Anfang macht das frühe Meisterwerk Ekel (GB 1965) mit der jungen Catherine Deneuve. Die attraktive Carole empfindet Abscheu bei Berührungen mit Menschen. Die Arbeit im Schönheitssalon ist eine Qual für sie. Unfähig zu sozialer Kommunikation, fixiert auf ihre lebenslustige Schwester Hélène, gelingt es Carole nur mit Hélènes Hilfe, den Schein von Normalität aufrecht zu erhalten. Als Hélène jedoch für einige Tage verreist und Carole in der gemeinsamen Wohnung allein zurückbleibt, drängen ihre Dämonen mit aller Macht an die Oberfläche.

Der mehrfach preisgekrönte, in den Babelsberger Studios gedrehte Film Der Pianist (F/D/PL/GB 2002) zeichnet das Schicksal des gefeierten, jüdischen Konzertpianisten Wladyslaw Szpilman nach. Nach dem Einmarsch der Deutschen werden Szpilman und seine Familie im Warschauer Ghetto interniert. Während des Transports ins Konzentrationslager gelingt Szpilman mit Hilfe eines polnischen Aufsehers die Flucht, während seine Familie umkommt. In einer leer stehenden Wohnung kann er sich verstecken. Für ihn beginnt eine Zeit existenzieller Einsamkeit und ständiger Bedrohung.

Das Messer im Wasser (PL 1961/62) Polańskis erster längerer Kinofilm. Ein Ehepaar nimmt einen per Anhalter reisenden Studenten mit zu den Masurischen Seen. Dort angekommen, laden sie ihn ein, das Wochenende mit ihnen auf der Segelyacht zu verbringen. Bald kommt es zu Konflikten zwischen dem machtbesessenen Ehemann und dem rebellischen Studenten. Eine subtile erotische Spannung und die ständige Bedrohung durch latente Gewalt prägen die Stimmung des Films, der sich zugleich als politische Parabel auf die Verbürgerlichung der (schein-)sozialistischen Gesellschaft Polens zu dieser Zeit lesen lässt. Eine messerscharfe Kritik.

Für Polańskis Zeit in den USA und eine Affinität zu New-Hollywood ist Chinatown (USA 1974) beispielhaft. Privatdetektiv Jake erhält den Auftrag, die Affäre eines Ehemannes aufzuspüren. Dabei kommt er einer weitreichenden Korruptionsaffäre auf die Spur, die im Zusammenhang mit dem Bau eines großen Staudammes steht. Ihm wird zunehmend bewusst, dass sein Auftrag bereits selbst Teil des Komplotts ist. Zwar bleibt die Schilderung in vielen Details Raymond Chandlers Kriminalromanen und dem Film Noir verpflichtet, ihr realitätsnahes Verfahren lässt die Vorgänger aber auch weit hinter sich.

Von den späten 1970er-Jahren an durfte Polanski aufgrund eines Justizfalles die USA nicht mehr besuchen. 1976, als er sich in der französischen Hauptstadt niederlassen möchte, entsteht Der Mieter. Das Bild vom Paris der 1970er Jahre, in dem der von Polanski selbst gespielte, schüchterne Büroangestellte Trelkovsky mit feindseligen oder absolut gleichgültigen Mitmenschen und Nachbarn konfrontiert ist, gerät jedoch in keiner Weise schmeichelhaft. Trelkovsky fühlt sich von seinen Nachbarn dazu gezwungen, die Identität seiner Vormieterin anzunehmen, die einen Selbstmordversuch begangen hat. Wie auch in anderen seiner Filme, zeigt Polański auf, wie in einer vermeintlich normalen Welt, die nichts Übernatürliches aufzuweisen scheint, Ängste entstehen, die schließlich zu Panik und Verwirrung bis hin zu Wahnvorstellungen führen.
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