Erinnerung
Der DEFA-Film „Hälfte des Lebens” über Hölderlin mit Jenny Gröllmann und Ulrich Mühe
Potsdamer Neueste Nachrichten, 2.8.2007, Klaus Büstrin
Unerwartet der Andrang im Filmmuseum. Am Dienstag zwischen Nachmittag und Abend. 18 Uhr. Die Zeit, in der sich die Familie anschickt, das Abendessen vorzubereiten oder die Kinder ins Bett zu bringen. Da könnte es passieren, dass man mit nur ein paar unentwegt Filmbegeisterten im Museumskino sitzt. Es ist zunächst die einzige Vorstellung von „Hälfte des Lebens“. Nahezu 250 Menschen reihen sich in die Warteschlange ein, um an der Kinokasse eine Eintrittskarte zu erhalten. Sie alle möchten den DEFA-Film aus dem Jahre 1985 noch einmal oder erstmalig erleben. Wohl vor allem deswegen, weil sie der überraschende und viel zu frühe Tod des Schauspielers Ulrich Mühe bewegt. Vielleicht wollten aber einige Besucher das Gespann Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann, die in dem Film die Hauptrollen spielen, noch einmal sehen. Nicht nur in „Hälfte des Lebens” waren sie ein Liebespaar, auch im wahren Leben. Schließlich wurde sie für sechs Jahre ein Ehepaar.
Ein Abend mit Dean Read
Voraufführung des Dokumentarfilms „Der rote Elvis” im Filmmuseum
Märkische Allgemeine Zeitung, 2.8.2007, Ricarda Nowak
Während sich heute Rockstars wie Bob Geldof, Bono Vox und Herbert Grönemeyer so unermüdlich wie kommerziell unschädlich als Weltenretter inszenieren, musste Dean Reed in der Ära des Kalten Krieges seine Heimat verlassen, um als singendes, soziales Gewissen überhaupt wahr genommen zu werden. (...) Am Dienstagabend war Regisseur und Drehbuchautor Leopold Grün beim aktuellen Filmgespräch im voll besetzten Filmmuseum zu Gast, um „Der rote Elvis” vorzustellen, der schon auf der Berlinale bejubelt wurde. (...) Der Film funktioniert ebenfalls dank des wunderbaren Soundtracks, für den die Band Monomango Dean-Reeds-Songs eigenwillig neu interpretiert und ins Jetzt transportiert hat.
Liebeserklärung an Tamara
Filmgespräch über die legendäre Sängerin der Silly-Band im Filmmuseum
Märkische Allgemeine Zeitung, 26. April 2007, Jana Noack
„Tamara” ist kein objektiver Dokumentarfilm, es ist eine Liebeserklärung an Tamara Danz. Das gab Peter Kahane, Regisseur des Films „Tamara”, im Anschluss an die Filmvorführung am Dienstagabend im bis auf den letzten Platz gefüllten Filmmuseum unumwunden zu. (...) Andreas Dresen, Regisseur des Films „Sommer vorm Balkon” und Moderator des an die Filmvorführung anschließenden 139. Filmgesprächs im Filmmuseum, fasste es trefflich zusammen: „Der Film hätte auch Tamara, Ritchie und Uwe heißen können.” Die drei Gäste auf dem Podium Peter Kahane, Uwe Hassbecker und Rüdiger Barton lachten zustimmend. Sie gaben den Zuschauern Einblick in die Entstehungsgeschichte des Films, die anfängliche Skepsis der beiden Musiker und die für sie „therapeutische Wirkung” des Films. Für Uwe Hassbecker waren die Dreharbeiten nur wegen des zeitgleichen Neuanfangs der Band „Silly” möglich. (...)
Karl Gass jubiliert leise
Märkische Allgemeine Zeitung, Hanne Landbeck, 12.2.2007
Man hat ihm eine große Gesellschaft geboten, dem 90jährigen Jubilar. Alles, was Rang und Namen hatte war am Sonnabendvormittag ins Filmmuseum gekommen, um ihn mit zahlreichen Lobreden und einem, seinem letzten, Film zu ehren. Der alte Herr nahm es gelassen, ließ sich umarmen und machte keine große Worte, erklärte nur, wie der Film „Nationalität: Deutsch“ entstanden war und dass er ihn zehn Tage in der Schublade habe lagern müssen, bis er 1989 die Drehgenehmigung bekam. Standhaft, wie er immer gewesen ist, trat er ans Rednerpult und trug seinen roten Pullover unter dem Sakko sicher auch als politisches Zeichen. (...)

Bildunterschrift: Andreas Dresen bei der Premiere „Debütfilme auf DVD”, Juli 2007; F: J.K. Leopold



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