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Ausstellungen, Filme und Gäste im Filmmuseum Potsdam
Ausstellungen, Filme und Gäste im Filmmuseum Potsdam 

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Sammlungen des Potsdamer Filmuseums

Rigoletto in Möbelstoff
Vergebliche Suche nach der Sonne
Potsdamer Neueste Nachrichten, Klaus Büstrin, 29.10.2008

Der Kostümbildner Gundolf Foitzik schenkte dem Filmmuseum 310 von ihm entworfene Figurinen (21.10. 2008)

Diesen Mann sieht man des öfteren in Potsdamer Konzert- und Theatersälen. Und wer oft künstlerischen Erlebnissen nachgeht, den grüßt man einfach, egal, ob man mit ihm bereits ein Wort gewechselt hat oder nicht. Gundolf Foitzik ist bekannt und auch nicht. Er war einer der wichtigsten Kostümbildner des DDR-Fernsehens. Sein Name wurde sicherlich im Abspann immer genannt. Aber er lief so schnell über den Bildschirm, dass er kaum zu lesen war. Aber da ging und geht es Gundolf Foitzik nicht anders wie den meisten Mitarbeitern, die als künstlerisches Personal an einer Fernseh- oder Filmproduktion dabei sind. Doch ohne Bühnen-, Masken- oder Kostümbildner läuft fast nichts über den Bildschirm und die Leinwand.
31 Jahre, von 1959 bis zur Abwicklung 1990, war er beim Fernsehen erster Kostümbildner. Und er hat unzählige Schauspieler, Sänger, Tänzer, Moderatoren, die in Shows, Fernsehspielen, Serien oder Filmen mitwirkten, angezogen. Auch dass die Anzüge des Chefkommentators Karl-Eduard von Schnitzler oder der Sprecher der Aktuellen Kamera immer exakt saßen, trug er die Verantwortung.

In den vergangenen Wochen schenkte der Kostümbildner Gundolf Foitzik dem Filmmuseum Potsdam 310 seiner entworfenen Figurinen, die den Variantenreichtum seiner schöpferischen Arbeit zeigen. Dabei hatte er zunächst gar nicht den Ehrgeiz, ans Theater, zum Film oder Fernsehen zu gehen. Im Winter 1944/45 kam er elfjährig mit seinen Eltern kriegsbedingt nach Potsdam, wo er noch heute mit seiner Familie zu Hause ist. Aus dem etwas tristen Kattowitz in Schlesien. „Ich kann mich noch gut an das unzerstörte Potsdam erinnern, an die wunderbare Architekturen des Stadtschlosses und der Garnisonkirche“, erzählt Gundolf Foitzik. „Und an die furchtbare Bombennacht der Stadt.“

Als die Schulzeit ihrem Ende entgegen ging, brauchte er natürlich auch eine Lehrstelle. Schneider sollte er werden. Und er wurde es. Aber dieser Beruf erfüllte ihn nicht. Tagtäglich waren Änderungen angesagt, aber auch Röcke, Mäntel zu nähen. Und Ende der vierziger Jahre waren die Stoffe nicht aus bestem Material. Gundolf Foitzik wollte mehr. Kreativ sein, seine Fantasie spielen lassen. Die Begabung des Zeichnens zum Beruf machen. Er ging an die Kommunale Modeschule Berlin. Nach zweieinhalb Jahren wurde sie aufgelöst. Die Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee war anschließend sein Studienort. Den berühmten Bühnenbildner Heinrich Kilger und den nicht minder bekannten Grafiker Arno Mohr hatte er als Lehrer.

Er fand großes Interesse und schließlich eine Liebe zur Kostümbildnerei. „Zwar habe ich immer wieder mit dem Theater geliebäugelt, aber letztendlich trug das Fernsehen mit seinen facetten- reichen Aufgaben den Sieg davon“, erzählt Gundolf Foitzik, der dabei in den Mappen mit seinen Arbeiten im Archiv des Filmmuseums blättert. Da kommen die Figurinen zu Schauspielen und Opern zum Vorschein, die für das DDR-Fernsehen produziert wurden: Schillers „Die Räuber“oder Sean O’Caseys „Ein Freudenfeuer für den Bischof“, Goldonis „Die Sommerfrische“ oder „Das schlaue Füchslein“ „Tosca“ und „Rigoletto“. „Janaceks Oper wurde in der weltberühmten Inszenierung Walter Felsensteins an der Komischen Oper für das Fernsehen aufgezeichnet. Da nicht alle Kostüme der Bühnenaufführung fernsehgerecht waren, musste so manches neu entworfen und geschneidert werden. Spaß machte mir auch die Arbeit für Verdis Rigoletto. Die Mailänder Scala hat die Oper für das Fernsehen eingerichtet.“ Der Kostümbildner erinnert sich, dass sich gerade bei dieser Produktion die Mängel der DDR-Stoffproduktion bemerkbar machten. Zwar gab es ein Stofflager beim Fernsehen in Adlershof. Es durften jedoch nur selten Exportstoffe eingekauft werden. „Beispielsweise wurde es kritisch bei Rigoletto. Renaissancekleidung aus Samt war gefragt. Doch Press-Samt konnte man nicht auftreiben. Also besorgten wir Möbelbezugsstoff mit angedeutetem Renaissance-Muster. Dieser Stoff hat natürlich eine gewisse Schwere, so dass das Tragen kaum Freude bereitete. Aber die Stars aus Mailand ertrugen die Kostüme.“ Foitzik habe es Spaß gemacht, wenn er historisch genau arbeiten durfte. „Ich finde, man wird dem Werk und seinem Schöpfer nicht gerecht, wenn Tosca heute beispielsweise in einem Kittel daher kommt. Vielleicht bin ich da etwas altmodisch.“

Gundolf Foitzik erzählt, dass die Fernsehleute die Showsendungen meist mit großem Aufwand ausgestattet haben. „Wir mussten dem äußerlichen Mangel der DDR-Gesellschaft zu etwas mehr Glanz verhelfen. wenigstens im Fernsehen.“ Und doch freut er sich, dass er so manchen Sendungen mit seinen Kostümen eine gute Ausstrahlung gegen hat.
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