Foyerschau zeigt Ehrungen
Foyerausstellung, bis 29. August.
Märkische Allgemeine Zeitung, Ricarda Nowak, 7.6.2010
Während dem Oscar als Filmpreis so gar nichts Sonderbares anhaftet, erscheint die „Nabelschere“ doch hinreichend skurril. Gefreut hat sich Christa Kozik über diese Auszeichnung, die sie 1978 beim Kinderfilmfestival in Salzburg vom Publikum für ihr Drehbuch „Philipp, der Kleine“ bekam, vermutlich trotzdem. Außer der „Nabelschere“ werden in der aktuellen Foyerschau im Filmmuseum rund 100 Trophäen und Urkunden gezeigt, die von Mannheim bis Manila überreicht wurden.
Kuratorin Ines Belger entriss die Schätze dem Museumsarchiv. Deshalb können Besucher seit Freitagabend über ein goldenes Raumschiff vom Utopischen Filmfestival Triest (Italien), den geschnitzten „Großen Steiger“ vom Nationalen Filmfestival Karl-Marx-Stadt oder über den „Findling“ eines DDR-Filmklubs staunen. Ein Oscar fehlt in der Ausstellung, „den wollte uns bislang keiner der Gewinner überlassen“, bedauerte die Kuratorin. Dafür stehen andere Gold-Trophäen in den Vitrinen. Regisseur Andreas Kleinert stiftete dem Filmmuseum den „Jupiter“ von 1999 – Leserpreis des Filmmagazins „Cinema“ für seine Fernsehproduktion „Klemperer“. 2003 freute man sich im Filmmuseum über eine weitere Dauerleihgabe. Schauspieler Daniel Brühl stellte Deutschlands bekanntesten Medienpreis „Bambi“ zur Verfügung, den es für „Good bye, Lenin!“ gab.
Zu den Filmpreisen gesellen sich in der Schau noch andere Ehrungen. So wurde Ufa-Star Ilse Werner für zehn Jahre unfallfreies Fahren und Defa-Schauspieler Harry Hindemith für seine erfolgreiche Teilnahme am Urlaubermassensport ausgezeichnet. Kameramann Horst Klein erhielt für „vorbildliche Leistungen“ eine Plakette der Schutzpolizei. Mit der Vernissage wurde gleichzeitig der 70. Geburtstag des Regisseurs und ehemaligen Kulturbeigeordneten (1994 bis 1999) Claus Dobberke begangen. Unter den rund 100 Gästen befanden sich die beiden Ex-Stadtoberhäupter Brunhilde Hanke und Horst Gramlich sowie Amtsinhaber Jann Jakobs.
Fantasy und Bergidyll
Foyerausstellung mit Fotos berühmter und vergessener Filme der 20er und 30er Jahre im Filmmuseum
Potsdamer Neueste Nachrichten, 24.11.2008, Heidi Jäger
Diese Sammlung bietet von allem etwas: Horror, Fantasy, Bergidyll, Melodram. Eine thematische Vielfalt, die Heidrun Schmutzer überraschte. Schließlich begab sich die Archivarin des Filmmuseums beim Sichten der 6000 Schwarz-Weiß-Fotos zurück in die 20er und 30er Jahre: in die Stumm- und frühe Tonfilmzeit. Die bedeutende Sammlung eines Hamburger Filmfreaks mit Kino-Aushangfotos und retuschierten Pressefotos sorgte Anfang des Jahres im Filmmuseum für helle Aufregung. Dank einer zusätzlichen finanziellen Unterstützung von 35 000 Euro durch das Kulturministerium konnte das Museum das umfassende Konvolut mit meist sehr gut erhaltenen Aufnahmen zu rund 900 Filmen erwerben. Darunter von Regisseuren wie Harry Piel, Georg Wilhelm Pabst, Josef von Sternberg oder Leni Riefenstahl. „Das ist ein wahrer Schatz, der uns das neue Jahr versüßt“, jubelte damals die Museumschefin Bärbel Dalichow.
Nun ist das Jahr fast vorbei, und ein Drittel der damals in zig Kartons überreichten Raritäten ist gesichtet, katalogisiert und fein säuberlich Stück für Stück in Hängetaschen aus transparentem säurefreiem Pergaminpapier verwahrt. Für eine kurze Weile kommen sie nun wieder ans Licht, denn das Filmmuseum möchte auch die Öffentlichkeit an dem filmhistorischen Ereignis teilhaben lassen.
Am kommenden Donnerstag eröffnet im Foyer eine Ausstellung, die an glanzvolle Auftritte berühmter Schauspieler wie Greta Garbo, Henny Porten oder Johnny Weissmüller erinnert. Vor allem die 49 Standfotos des als verschollen geltenden Films Four Devils, den der Ufa-Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau in Hollywood drehte, seien spektakulär, so Heidrun Schmutzer. Obwohl gerade erst fertiggestellt, war diese im Zirkusmilieu spielende tragische Liebesgeschichte schon eine technische Antiquität, als sie 1928 Premiere feierte: der Ton hatte inzwischen dem Stummfilm den Rang abgejagt. Keine einzige Kopie hat sich von Four Devil erhalten. Gedreht hatte ihn der in Stahnsdorf beigesetzte Regisseur drei Jahre vor seinem Unfalltod.
Um für die Ausstellung eine Linie in den „Wust unheimlich schöner Fotos“ zu bekommen, erzählt Heidrun Schmutzer nunmehr Foto-Geschichten. Sie stellte die von ihr ausgewählten Bilder zu thematischen Blöcken zusammen, paart Abenteuer mit Exotik, Fantasy mit Utopie, Herrscher mit Historie ... Zu einem Film gibt es jeweils sechs Aufnahmen. Mit dabei ist natürlich auch die innige Szene Antonio Morenos mit der großen Greta Garbo in Totentanz der Liebe (1926), der zur Eröffnung der Ausstellung im Film zu sehen ist. Nicht zu allen Fotos gibt es auch die laufenden Bilder. Oft sei die Rechtslage zu kompliziert, um sie aufzuführen. „Wir hätten gern Tarzan gezeigt. Oder die Zorro-Geschichte Chicago mit Tyrone Power. Dieser blendend aussehende Westernheld und Dauer-Liebhaber erlitt mit 44 Jahren während eines Degenduells beim Drehen einen Herzinfarkt. Eine Stunde später war er tot.“
Heidrun Schmutzer möchte in der Ausstellung gern die Geschichten hinter den Fotos erzählen, die mitunter sehr tragisch sind. Wie die von Robert Lynen. Er wurde in Frankreich in der Schule als Schauspieler entdeckt und avancierte zum Kinderstar. Mit 12 Jahren bekam er die Hauptrolle in Armer kleiner Held: Darin ringt der Rotschopf ständig um Anerkennung in der Familie und nimmt sich am Ende das Leben. Mit 20 kam Robert Lynen zum französischen Widerstand und geriet in die Fänge der deutschen Gestapo. Drei Jahre später wurde er im Zuchthaus Karlsruhe hingerichtet. Armer kleiner Held war natürlich mit auf Heidrun Schmutzers Film-Wunschliste. „Aber die Qualität der Kopie ist einfach zu schlecht.“ So bleiben die Fotos und die Biografien, die die Archivarin zu allen Regisseuren und Hauptdarstellern recherchierte, so dass auch die Besucher problemlos in die einstige Filmwelt eintauchen können. „Beim Durchgucken entdeckt man immer wieder Neues und ist oft überrascht, wie modern und originell manche Aufnahmen sind.“ Wie die von Henny Porten in Violantha, für den sie 1927 mit wehendem Haar und burschikosem Hemd vor der Kamera posiert. Als der Film über die Königin der Berge 1942 noch einmal verfilmt wurde, stehen die Schauspieler wie „geleckt“ im Heimatidyll. Auch von dieser Violanta-Version gibt es Fotos. „Die Sammlung ist eine schöne Ergänzung zu unserem bisherigen Fundus, der auf die Geschichte des Medienstandortes Babelsberg spezialisiert ist, aber mit Zeugnissen aus den 20er und 30er Jahren bislang nicht gerade reich bestückt war.“ Nun also können die alten Stummfilmstars auch mitreden.
Verbeugung vor „Unbekannt”
Ab morgen (12.9.) zeigt das Filmmuseum die Ausstellung „DEFA-Szenenbilder – Jubiläen 2008”
Potsdamer Neueste Nachrichten, 11.9.2008 , Heidi Jäger
Die wenigsten kennen ihre Namen, obwohl sie schon viele Stunden mit ihnen gemeinsam im Kino verbrachten. Jetzt rücken sechs von ihnen aus der Anonymität des „Abspanns“ heraus und zeigen Gesicht. Zu ihren runden Geburtstagen schenkt ihnen das Filmmuseum ab morgen im Foyer eine Szenenbild-Jubiläumsschau. Hans Poppe und Georg Wratsch sehen bereits von oben zu: Sie wären in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden und gehören zu den 41 Szenenbildnern der DEFA, die ihren Nachlass noch zu Lebzeiten dem Archiv des Filmmuseums übergaben. Sie bestückten die stattliche Sammlung von 10 000 „Blatt“, die von der kleinen Skizze auf Pergamentpapier bis zum großen Ölbild reicht, kräftig mit. Ihr Lebenswerk brachten auch die 70-jährige Marlene Willmann, der 80-jährige Harry Leupold, der 85-jährige Paul Lehmann sowie Oskar Pietsch, der im Januar seinen 90. Geburtstag feiern durfte, in das filmische „Gedächtnis“ Potsdams ein. Wie nun aber sechs Künstler mit ganz unterschiedlichen Handschriften unter einen Hut bzw. an eine Wand bekommen? Da hilft nur die Kunst des Weglassens, die Ausstellungsmacherin Ines Belger notgedrungen beherzigen musste.
Sie schaute nicht nach der Bedeutsamkeit der Filme, auch wenn bei Leupold „Die Legende von Paul und Paula“ oder bei Poppe „Der verlorene Engel“ natürlich nicht fehlen durften. Doch es ging ihr vorrangig darum, die Eigenständigkeit der Szenenbild-Kunst ins Rampenlicht zu setzen. Und da beeidruckt Georg Wratsch mit seinen Werken wohl am meisten. Der einstige Schäfer studierte Kunst und verleumdete seine Liebe für den breiten expressiven Pinselstrich auch in seinen Filmarbeiten nicht. Er gab „nur“ Stimmungen vor. Mit dicker Ölfarbe malte er beispielsweise das Interieur eines Wohnzimmers für den Film „Die Flucht“ von Roland Gräf. Man spürt die Enge der Situation, das Diffuse der Gefühle in diesem 1977 gedrehten Film über Fluchthilfe mit tödlichem Ausgang.
„Als Bilderfinder setzen Szenografen das Drehbuch visuell um“, so Ines Belger. Doch beim Wie, da scheiden sich die Geister. Während Wratsch vor allem Fantasie schürende, emotionale Stimmungen vorgab, legte Marlene Willmann Wert auf Akribie. Sie kam aus der Architektur zum Film und so waren ihre Szenenbilder präzise Vorgaben für die Bauabteilung.
Oskar Pietsch liegt irgendwo dazwischen. Mit seinem schwungvoll-frechen Strich erinnert er an das „Magazin“ aus DDR-Zeiten. Pietsch arbeitete nur bis 1961 bei der DEFA. Er wohnte im Westteil der Stadt und blieb dort nach dem Mauerfall wohnen. Dennoch übergab er seinen künstlerischen Schatz mit den frühen DEFA-Arbeiten dem Potsdamer Archiv in der Pappelallee. Darunter sind auch seine Szenenbild-Entwürfe für den Staudte-Film „Mutter Courage und ihre Kinder“, der nie verwirklicht wurde. „Es war eine französische Koproduktion, zu der es Entwürfe von Pietsch ebenso wie von einem französischen Szenenbildner gab. Alles war schon bebildert, da kam das Veto von Bertolt Brecht und Helene Weigel. Sie wollten kein so opulent angelegtes Kunstwerk. Ihnen schwebte eine schlichte Filmfassung ihres Bühnenwerks vor. Das wurde dann fünf Jahre später realisiert“, sagt Ines Belger.
Realisiert, aber nicht aufgeführt wurde „Das Kleid“. Hierfür schuf Pietsch eine märchenhafte Szenerie, denn Konrad Petzolds Verbotsfilm von 1961 war eine moderne Adaption der Grimmschen Geschichte um des Kaisers neuen Kleider. Der Film spielt in einer Stadt hinter hohen Mauern, in der es angeblich nur zufriedene Menschen gibt. „Doch die Regierung wird bloß gestellt und das Volk lacht über sie: Die Anspielungen auf die Gegenwart waren zu deutlich,“ sagt Ines Belger. So sei der Film erst 1991 auf die Leinwand gekommen.
Da hatte es die „Verwirrung der Liebe“ von Slatan Dudow mit den beiden DEFA-Schönen Annekathrin Bürger und Angelica Domröse etwas leichter. Aber auch über diese 1959 gedrehte Komödie, für die Pietsch mit leichter Hand sinnliche Stimmungsvorlagen zeichnete, diskutierte man in der Hauptverwaltung Film. Prüden, blutleeren Filmen stand nun ein sinnenfrohes Opus entgegen, das auch vor einer Nacktszene nicht zurückschreckte. Die Ausstellung zeigt die ganz eigene Welt der Szenografie: Sie „spult“ bekannte Filme noch einmal zurück und lässt ganz in Ruhe Räume betreten. Selbst wenn man außer Alfred Hirschmeier kaum einen Szenenbildner kennt, gehören auch die „Namenlosen“ zum festen Dreiergestirn mit Regisseur und Kameramann. Um dieses bildkünstlerische Handwerk dauerhaft ins rechte Licht zu rücken, gibt es derzeit ein Forschungsprojekt, an dem u.a. der Sohn von Harry Leupold, Matthias Leupold, arbeitet und das in einem Buch münden soll. Das Filmmuseum ist dabei wichtiger Partner.
Und das Sammeln geht stetig weiter. Wie Archiv-Chefin Dorett Molitor betont, gibt nun auch Szenenbildnerin Susanne Hopf, die viele Filme mit Andreas Dresen produzierte, darunter „Wolke 9“, ihre Sammlung dem Filmmuseum. Und irgendwann, vielleicht zu einem etwas früheren Jubiläum, wird sicher auch ihr eine Ausstellung eingeräumt: als Verbeugung vor dieser Arbeit in der zweiten Reihe.
Zur morgigen Vernissage um 19.30 Uhr spricht Prof. Matthias Leupold in Anwesenheit von Marlene Willmann, Harry Leupold, Paul Lehman und einem Sohn von Oskar Pietsch, der aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst kommen kann.
Frostige Zeiten
Märkische Allgemeine Zeitung, Frank Starke, 21.2.2007
(...) Davon, wie das Mädchen aus der Börde zum Film kam und wie es mit ihm weiterging, erzählt das Buch „Der Rest, der bleibt“. Annekathrin Bürger hat diese „Erinnerungen an ein unvollkommenes Leben“ zusammen mit der Journalistin Kerstin Decker zu Papier gebracht. Im ersten Teil liest sich das fast wie ein Roman. Krieg, Nachkrieg, der tägliche Kampf ums Überleben, dazwischen ein gewitztes Mädchen, Jahrgang 1937, das nach der Gebrauchswerberlehre zu Film und Theater kommt. (...) Im Herbst 1989 sieht man Annekathrin Bürger, seit Jahren nun Volksbühnen-Schauspielerin, in der vordersten Reihe. Sie gehört zu den Initiatoren der legendären Halbmillionen-Demo vom 4. November in Ostberlin. (...)
Über das Nachfolgende gibt es nicht viel zu sagen. Eine Ostschauspielerin, die im westen kaum einer kennt. Hier eine kleine Rolle, da ein Chansonabend. 2006 ist sie auf einmal ganz groß da. Als die Berlinale mit einer retrospektive „Traumfrauen“ die Stars der 50er Jahre würdigt, findet sich Annekathrin Bürger in einer reihe mit Doris Day, Brigitte Bardot und Marina Vlady.
Im Gleichschritt mit der Zeit
Ausstellung und Werkschau zum 100. Geburtstag von Richard Groschopp
Potsdamer Neueste Nachrichten, Heidi Jäger, 14.9.2006
Es ist eine kleine, fast unscheinbare Ausstellung. Und doch gibt es keinen Grund, sie zu übersehen. Sie erzählt über das künstlerische Leben von Richard Groschopp, der zu Leni Riefenstahls Olympia-Filmen die Kamera führte und sich nach 1945 überzeugt der Idee des Sozialismus verschrieb. Anlässlich seines 100. Geburtstages zeigt das Filmmuseum in einer Foyerausstellung einige interessante Dokumente, Plakate und technisches Zubehör aus dem nachlass des ehemaligen Kleinmachnowers, der vor zehn Jahren starb. (...)
Das Filmmuseum ergänzt die Ausstellung mit einer Werkschau. Am 25. September laufen Groschopps frühen DEFA-Dokumentarfilme aus dresden und am 3. Oktober „Die Glatzkopfbande” sowie „Entlassen auf Bewährung”. Inge Bennewitz hat „Die wahre Geschichte der Glatzkopfbande” veröffentlicht. Sie wird beide Filme begleiten.
Konrad Wolf
Vergebliche Suche nach der Sonne
Potsdamer Neueste Nachrichten, Moritz Reininghaus, 6.10.2005
(...) Wolfs Film von 1964 sollte als Ausgangspunkt für die Podiumsdiskussion: „Geteilter Himmel?” im Filmmuseum dienen. Der Berliner Filmwissenschaftler Ulrich Gregor fand Wolfs Film „zweifellos interessant”. (...) Daniela Dahn, Publizistin und ehemalige Bürgerrechtlerin erinnerte sich daran, wie sie als 15-Jährige zu Christa und Gerhard Wolf nach Hause eingeladen wurde und dort Kekse und Literaturunterreicht offeriert bekam. Rührend, aber nur bedingt aktuell. Ebenso wie Ulrich Gregors Erfahrungen als er den Film in Westdeutschland auf die Leinwand brachte und Konrad Wolf ihm dabei höchstpersönlich zur Seite stand.(...)
„Good bye, Johnny”
Nachlass Peter Kreuders im Filmmuseum
Märkische Allgemeine Zeitung, 12.7.2005
Das Filmmuseum bekommt den Nachlass des Komponisten Peter Kreuder, der am 18. August seinen 100. Geburtstag feiern würde. Kreuders Hits sind unvergessen, obwohl viele von ihnen vor mehr als 60 Jahren entstanden: „Ich brauche keine Millionen”, „Good bye, Johnny”, „Ich wollt′ ich wär′ ein Huhn”, „Sag beim Abschied leise Servus”, „Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt” sind nur einige seiner Evergreens.
Kreuder zu Ehren findet im Filmmuseum vom 21. Juli bis zum 25. September eine Foyerausstellung statt. Gestern wurde mitgeteilt, dass Kreuders letzte Ehefrau Ingrid dem Filmmuseum am 21. Juli den künstlerischen Nachlass des Komponisten übergibt. Mit einer kleinen Filmreihe und einer Festveranstaltung im Kino des Museums solle ein Komponist geehrt werden, der dem deutschen und internationalen Kino eine große Anzahl echter Welt-Hits bescherte.
Heimkehr von musikalischem Weltkulturerbe
Komponistenwitwe übergibt Filmmuseum Nachlass Peter Kreuders / Foyerausstellung zum 100. Geburtstag
Märkische Allgemeine Zeitung, Lothar Krone, 23./24.7.2005
Allem Sturm und Wassersturz zum Trotz versammelten sich im Filmmuseum all jene, die der späten Heimkehr eines Ufa-Stars ihre Referenz erweisen wollten. Noch rechtzeitig vor seinem 100. Geburtstag am 18. August feierten die immer noch vielen Fans des Komponisten Peter Kreuder seine Quasi-Heimkehr nach Potsdam. Zwar starb Kreuder in seiner Nachkriegswahlheimat österreich völlig unerwartet am 28. Juni 1981, den künstlerischen Nachlass aber hat seine letzte Ehefrau Ingrid Kreuder nun nach Potsdam bringen lassen. In der Foyerausstellung sind die wichtigsten Dokumente und Exponate nun erstmalig da zu sehen, „wo sie auch hingehören”, wie seine Witwe befand. Schließlich waren es vor allem die vielen Ufa-Filme, die den Komponisten weltberühmt machten. „Good bye, Johnny”, „Ich wollt′ ich wär′ ein Huhn”, „Sag beim Abschied leise Servus” sind inzwischen so etwas wie Weltkulturerbe, und mit „Ich werde jede Nacht von Ihnen träumen” feiert Johannes Heesters, nun hundertzweijährig, weiterhin Triumphe.
Ufa-Star beschenkt Potsdam
Märkische Allgemeine Zeitung, Robert Rudolf, 11./12.12.2004
Ilse Werner, Ufa-Star der 40er Jahre, Pin-Up-Girl deutscher Soldaten, berühmt geworden durch ihr Pfeifen, ist in ihrem Leben wohl an die 80 Mal umgezogen. Im Gepäck Fotos, Briefe, Schallplatten, Filmrequisiten und Filmpreise. Die zumindest kehren jetzt an den Ort zurück, der die in Jakarta geborene Niederländerin berühmt gemacht hat: Nach Potsdam. Umlagert von Fotografen, Journalisten, beklatscht von alten Weggefährten, Freunden und Verehrern übergab sie gestern ihre Sammlung an das Filmmuseum. Gefragt, ob sie selbst gern zurückkäme, lacht sie kurz und sagt: „Oh, das wäre wunderschön.” Aber das lässt die Verfassung der 83-Jährigen nicht mehr zu. Die in einer Senioren-Residenz in der Nähe von Lübeck lebt. (...)
Bevor sich Ilse Werner in das Goldene Buch der Stadt eintrug, zeigte das Filmmuseum eine Sequenz aus „Wir machen Musik” – Ilse Werner jung, pfeifend und tanzend. (...)
Da geht uns der Hut hoch
Märkische Allgemeine Zeitung, Angelika Mihan, 20.11.2004
Im Potsdamer Filmmuseum werden viele Schätze aufbewahrt und behütet. Jetzt kommt ein neuer dazu: 15 Kartons
voller Erinnerungsstücke der großen Schauspielerin und Sängerin Ilse Werner. Sie hat sich davon getrennt ohne Wenn und Aber und ohne Geld dafür zu verlangen. (...) Jetzt werden die kostbaren Stücke gesichtet, die dann ab 10. Dezember in einer Ausstellung bewundert werden können.
Ilse Werner, Ufa-Star der 40er Jahre, ist der Schwarm einer ganzen Generation: Unverschämt hübsch mit ihrem „Gesichtchen” und musikalisch hochbegabt. (...)
Zur Ausstellungseröffnung will Ilse Werner nach Potsdam kommen, in die Stadt, in der einst ihre Karriere begann und sie berühmt machte. Darauf pfeift sie nicht.

Bildunterschrift: Eröffnung der Foyerausstellung „Konrad Wolf”



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