Startseite | Kontakt | Sitemap | Suche | Impressum
Deutsch | English
 
Ausstellungen, Filme und Gäste im Filmmuseum Potsdam
Ausstellungen, Filme und Gäste im Filmmuseum Potsdam 

» Pressespiegel

Filmmuseum Potsdam

Das Filmmuseum Potsdam hinter der Mauer | Erhellendes im dunklen Kino | Einsatz für das Filmmuseum | Das Filmmuseum sagt: Nein! | PDS setzt sich für Filmmuseum ein | Stellenabbau im Filmmuseum ist längst beschlossenen Sache | Filmmuseum Potsdam soll Personal abbauen | Kein bevorzugter Standort |Geld für Filmmuseum | Die Gralshüter – Das Filmmuseum feierte seinen 25. Geburtstag | Mehr Besucher im Filmmuseum | Kinogeschichte in historischem Bauwerk

Das Filmmuseum Potsdam hinter der Mauer
Dr. Bärbel Dalichow, Direktorin Filmmuseum Potsdam
Zuschrift zum Themenheft „Filmmuseum“ (fd 16/11)

Das Kino ist dabei, Geist und Nimbus aufzugeben, Filmzeitschriften braucht dann auch niemand mehr. Kinofilm wird museal und Deutschland ist mit fünf Filmmuseen endlich mal Weltmeister.
In Ihrem letzten Themenheft dürfen sich vier dieser Museen darüber verbreiten wie unersetzbar toll sie sind. Reliktverwalter besonnen sich selbst. Das renovierte und neu eingerichtete Haus in Frankfurt a.M. wird besonders gepriesen, sogar die Grußadresse des Staatsministers für Kultur und Medien wird abgedruckt – wie es sich für Hofberichterstattung gehört. Schneller, höher, weiter, mehr am meisten, so der Tenor der Selbstbeweihräucherung (gerade diese Methode kollabiert übrigens weltweit in immer kürzeren Rhythmen). Die ganze Welt hat das Museum erobert, steht geschrieben. Na, wenigstens den Teil, den man fälschlicherweise noch immer für deren Nabel hält.
Auch wenn Filmemacher längst wieder in Berlin arbeiten und von dort nach Frankfurt eingeflogen werden müssen, die beiden Filmmuseen in Berlin und Potsdam sind von der Mainstadt aus gesehen östliches Randgebiet. Erinnert sich jemand, warum Filminstitutionen und -zeitschriften nicht auch in Berlin angesiedelt sind wie dereinst, sondern weit im Westen? Zweiter Weltkrieg, deutsche Teilung, Kalter Krieg. Vor 21 Jahren ist übrigens die Mauer gefallen, Bonn ist nicht mehr Hauptstadt.
Drei Leiter aus drei westlich der Elbe gelegenen Häusern verbreiten sich ausgiebig und affirmativ über ihre Konzepte. Mit den Mitarbeitern der Berliner Ausstellungsabteilung wird ein sehr kritisches Interview geführt, in dem Nils Warnecke und Vera Thomas durchaus selbstkritisch reagieren, eine Haltung, die Bewegung signalisiert. Potsdam, übrigens das erste der deutschen Filmmuseen, wird inhaltlich gar nicht beleuchtet, kommt wie alles aus dem DDR-Gebiet auch im Jahre 2011 immer noch nur als strukturelle Problembeschreibung vor. An anderer Stelle liest man auch, es sei der DEFA gewidmet. Was für ein Quatsch! Natürlich bin ich wie Kollegin Dillmann in der Lage die film- und medienwissenschaftlich verbrämten Marketing- und Betriebswirtschaftsformeln unserer Zunft herunterzuspulen. Aber wäre das sinnvoll? Wir könnten auch anderes beitragen. Doch: Niemand hat uns gefragt und das wird kein Zufall sein.
Jeder, der mag, kann sich auf unserer Website die Liste der mehr als 100 Wechselausstellungen anschauen, die in Potsdam zu sehen waren und aus vielen Ländern der Welt kamen. Wir brauchten 1990 wirklich die Luft der großen weiten Welt und haben sie uns verschafft. Ausstellungen, die wir selbst machen, finden teils riesige Resonanz, besonders Kinder- und Familienausstellungen wie „MAUS-O-LEUM. Die Sendung mit der Maus“, die durch die gesamte Bundesrepublik tourte und hunderttausende Gäste hatte. Wenn wir Ausstellungen übernehmen, erfahren sie meist eine Neukomposition – fragen Sie im Rheinischen Landesmuseum nach wie den Kollegen unsere Version der Erich-von-Stroheim-Ausstellung gefallen hat. Medienbildung? Mit der HFF haben wir die erste Kinderfilm-Uni der Bundesrepublik eingerichtet. Ostlastig? Wir haben ein mehrfach preisgekröntes Kinoprogramm, dessen Macher unter 40 sind und in anderen Erdteilen Verwandte haben. Ende der Aufzählung, damit es nicht penetrant wird. Wir stemmen mit viel weniger Leuten und viel weniger Geld als andere ein erstaunliches Programm, übrigens in einer Art Kleinstadt. Dafür haben wir das mit Abstand konsistenteste Profil: Film in Babelsberg steht im Zentrum von Sammlungen, Dauerausstellung und Foyer-Ausstellungen. Und weil in Babelsberg jahrzehntelang die DEFA produzierte, kommen eben nicht nur Ufa und Hollywood vor (so sieht die Medienindustrie ihre Tradition), sondern selbstverständlich auch die DEFA.
Unsere vierte Dauerausstellung zur fast 100-jährigen Babelsberger Filmgeschichte öffnen wir am 3. November 2011. Mag sich jeder, der in die Hauptstadt-Region reist, selbst ein Bild machen.
Der Kalte Krieg soll bitte enden, auch in Bonn und Frankfurt. Wieso die Bundesrepublik überhaupt dauerhaft drei Sammlungen finanziert, die miteinander um alte und neue deutsche Filme konkurrieren (BA-FA, DIF, SDK), formal kooperieren, sich de facto jedoch spinnefeind sind, wissen die Zuständigen vermutlich selbst nicht mehr. Auch die anderen Museen (städtisch oder von einem Bundesland getragen wie unseres) konkurrieren um Teile dieses Erbes. Historische Befunde zu entwirren, weil sie nicht bis in alle Ewigkeit tragen, ist offenbar fast unmöglich. Und was schlage ich vor? Aufgabenteilung und Kooperation. Aber mit solchen Vorschlägen, z.B. zu einem gemeinsamen Filmverleih für historische Filme, ernte ich seit 20 Jahren bei den Kollegen nur Hohn.
Die Zukunft wird es weisen. Menschen lernen am schnellsten, wenn Unheil droht. Armut macht erfinderisch, das wissen wir sehr gut. Vielleicht gibt es bald Grund, auch anderswo zu lernen, dann, wenn ökonomischer Zwang für dummes Konkurrenzgehabe keine Spielräume mehr bietet. Der Länder-Partikularismus in Sachen Film gehört in der globalisierten Filmwelt zu den Lächerlichkeiten deutscher Selbstbeharrung. Aufs Ganze schauen hilft.
Das Kino geht unter, bewegte Bilder fluten aus anderen Kanälen. Wie damit umgehen? Als Museum der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg sind wir Teil der Forschung zu solchen Fragen, auch die Kreativität der Studenten wird unsere Museumswelt verändern. Und doch werden wir in einem Museum immer auch zeigen, wie es früher war, als fast alle Menschen in einer Weltregion dieselben Schauspieler und dieselben Filme kannten.

Erhellendes im dunklen Kino
Filmmuseum Potsdam 2008
Potsdamer Neueste Nachrichten, Bärbel Dalichow/Museumsdirektorin, 30.12.2008

Immer wieder kommt die Potsdamer Studentin Yvonne Schröder ins Filmmuseum, um zu arbeiten. Eine schöne Arbeit, leider überwiegend unbezahlt. Sie und ihre Kommilitoninnen Celia, Debora und Nicole vom Fachbereich Erziehungswissenschaften der Uni Potsdam probieren praktisch aus, was sie theoretisch wissen: Lernen darf nicht Strafe sein, aber der Fun-Faktor allein reicht eben auch nicht.

Schon seit 2005, in den Ausstellungen „Märchenland Babelsberg” und „Michael Endes magische Welten” waren sie aktiv und seit November betreuen sie nun Workshops in der Ausstellung „Hexe Lilli geht zum Film”. Zum ersten Mal in der Museumsgeschichte wird noch vor dem Filmstart eine Ausstellung zu einem Studio-Babelsberg-Film gezeigt. Hier kann man erfahren wie der Film entstanden ist und welche Berufe man wählen könnte, falls man eines Tages gern selbst beim Filmen mittäte. Kinder basteln Requisiten und Kostüme, erfinden Filmsets oder drehen selbst eine Szene mit Lilli und dem Monster. Das gemeinsame Entdecken, die Erfahrung, dass auch die Großen von den Einsichten und Irrtümern der Kleinen profitieren, macht mehr Freude als manch lange Schulstunde und bringt dennoch, wovon alle reden: Bildung.

Bildung steht in Deutschland neuerdings unter Artenschutz. Zu Recht.
Kultur? Nein, Kultur nicht. Kultureinrichtungen sollen einsehen, dass der Staat in ihrem Bereich immer weniger Menschen beschäftigen könne, auch wenn die Bundeskanzlerin bei einer Sonntagsrede im Herbst 2008 die Kulturfinanzierung großmütig „eine Investition in die Zukunft“ genannt hat.

Junge Raucher und Nichtraucher morgens um acht vor der Museumstür. Pappbecher flippern über die Steinplatten, müde Morgenkaffeetrinker schlurfen in den Königlichen Marstall, um sich in die Kinosessel sinken zu lassen.
Medienbildung – was für ein uncooles Wort. Aber ein guter englischer oder spanischer Film, der auch die Skeptiker „reinzieht“ und sie plötzlich originalsprachige Dialoge verstehen lässt, die sie im Frontalunterricht niemals verstanden hätten – das ist gut. Britspotting und CineFiesta heißen diese Reihen, die nicht nur bei Lehrern gut ankommen.

Kindergesumm im Kinosaal bevor sich der Vorhang öffnet. Die Kinderfilm-Uni lädt zur Sonntagsvorlesung. Endlich verstehen die jüngsten Filmstudenten, warum die Bilder laufen lernten oder welche Wirkungen Regisseure mit dem Filmschnitt auslösen. Toll! Und doch verbindet das Museum mit der Babelsberger Hochschule für Film- und Fernsehen mehr als gemeinsame Nachwuchspflege – im Herbst 2008 gab es einen neuen Vertrag, der die Kooperationen besiegelt.

LISUM, das Berlin-Brandenburgische Institut für Schule und Medien, stellt bei der Eröffnung der SchulKino Woche einen aufregenden neuen Kinderfilm vor und Mädchen und Jungen können nach der Vorstellung ihre Meinung sagen und den Regisseur fragen, was immer sie wollen. Ganz seltsam wird es, wenn der Film ein alter Film ist, aus der Zeit, als die Großeltern jung waren. Sah so die DDR aus, von der besonders die Brandenburger Schüler so wenig wissen? Darüber reden Schüler mit Zeitzeugen.
Junge Leute recherchieren auch in der Datenbank der ständigen Ausstellung „Babelsberg – Gesichter einer Filmstadt“ und entdecken ausgestellte Stücke. Gerade in Babelsberger Filmen findet man eine Menge Unbekanntes aus 40 Jahren DDR, weil deren größter Filmbetrieb das DEFA-Spielfilmstudio in Potsdam war.

Selbständig eine historische Gegebenheit zu erkunden ist allerdings weit schwieriger. Bevor in Potsdam die ersten Stolpersteine zur Erinnerung an verschleppte und ermordete Potsdamer Juden verlegt wurden, gingen Potsdamer Schüler auf die Suche nach Dokumenten und Zeugen. Was sie fanden, zeigten und erklärten sie im Sommer im Kinosaal des Museums – es lief ein Film von einem der Nachkommen der Vertriebenen. Dieses Kapitel Heimatgeschichte vergisst so bald niemand von ihnen.

Ja, Film kann Kunst sein und soll nicht als bloßes Nützlichkeitsmaterial instrumentalisiert werden. Aber Schulstunden im Kino dienen auch dann, wenn sie nicht pädagogisch verbrämt werden, der ästhetischen Bildung, der Stärkung der Urteilskraft und der ungefährdeten, spielerischen Erprobung eigener Standpunkte. Und selbst Konzentration über eineinhalb Stunden hinweg ist ja auch schon nicht mehr selbstverständlich.

Kulturelle Bildung findet statt, obwohl es im Landesmuseum weder eine pädagogische Abteilung noch einen einzigen Mitarbeiter gibt, der das Privileg hätte, sich ausschließlich dieser wichtigen Aufgabe zu widmen.
Das ist nicht gut, und gar nicht gut ist das vorrangige Ziel der Brandenburgischen Politik, die Zahl der Mitarbeiter in den wenigen verbliebenen Kulturbetrieben des Landes weiter zu senken.
Gibt es nicht zu viele Kinder, deren Eltern nie ein Programmkino oder ein Museum betreten würden? Ihnen ein Fenster jenseits des Billigfernsehens zu öffnen ist so sinnvoll wie mühsam.

So wie die Relation zwischen Erziehern, Lehrern und Kindern stimmen muss, damit alle etwas von Kindergarten und Schule haben, so müssen auch den Kultureinrichtungen nicht nur immer mehr Aufgaben anvertraut werden, sondern auch die Mittel, damit sich Deutschland zu Recht als Kulturnation bezeichnen darf und die Landeshauptstadt Potsdam, die kinderfreundlichste der Republik, ihrem Nachwuchs mehr als Konsum bietet.

Einsatz für das Filmmuseum
Potsdamer Neueste Nachrichten, jab, 9.3.2007

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) will sich beim Land Brandenburg gegen die Kürzungen von Personalstellen beim Filmmuseum einsetzen. Dazu erhielt er auch den Auftrag der Stadtverordneten, die einem Antrag der Linkspartei.PDS zustimmten. Klara Geywitz (SPD) erwartet seitens des Landes die Reaktion, dann solle sich die Stadt an den Kosten beteiligen. Daher sei es wünschenswert, wenn Jakobs in der Diskussion mit dem Land mit der Liste von Dingen argumentiert, die die Stadt ohnehin schon für das Filmmuseum in Landesverantwortung tut.

Das Filmmuseum sagt: Nein!
Potsdamer Einrichtung will Sparvorhaben nicht erfüllen
Chefin Bärbel Dalichow: Ein Kunstwerk wird zerstört!

Märkische-Oder-Zeitung, Ulrich Thiessen, 17./18. Februar 2007

Der brandenburgische Kulturetat umfasst rund 80 Millionen Euro. Vier Millionen davon sollen ab 2008 gestrichen werden. Dazu kommt ein Abbau beim Personal. Das Potsdamer Filmmuseum wehrt sich schon jetzt.
Vorbei an den Bettchen der Sieben Zwerge, durch den Märchenwald und den Thronsaal von Prinz und Prinzessin geht es zum Büro von Bärbel Dalichow. Die Direktorin des Potsdamer Filmmuseums sitzt hinter einem runden Tisch, verschränkt die Arme und sagt: „Nein!” Nein sie wird nicht die eine Stelle streichen, die der Haushaltsplan 2007 vorsieht. Und auch für die anderen fünf Stellen, die bis 2010 abgebaut werden sollen, wird sie keine Vorschläge machen. „Ich werde dafür bezahlt, das Museum aufzubauen und zu erhalten – nicht es kaputtzumachen”, sagt sie und lässt keine Zweifel daran, wie entschlossen sie kämpfen wird. Jede der 27 Mitarbeiterstellen sei notwendig. (...) Seit Jahren versucht Brandenburg, seine Neuverschuldung zu reduzieren, seine Ausgaben zu kürzen und Personal abzubauen. Immer wieder hieß es: alles müsse auf den Prüfstand. Letztlich aber wurde Geld eher nach dem Rasenmäherprinzip eingesammelt: Überall ein bisschen. Bärbel Dalichow will da nicht länger mitmachen, fordert eine grundsätzliche Debatte über Qualität und deren Preis. Der vorgesehene Stellenabbau, ist sie überzeugt, lässt das bisherige Angebot mit rund 360 offenen Tagen, Besuchern von morgens bis zum Ende der letzten Filmvorführung um Mitternacht nicht mehr zu. Weniger Ausstellungen, weniger Besucher – kurz: Der Anfang vom Ende. 82.000 Besucher kommen jährlich in den umgebauten Marstall des Potsdamer Schlosses. Kaum ein anderes Museum im Land kann sich mit diesen Zahlen messen. (...)

PDS setzt sich für Filmmuseum ein
Potsdamer Neueste Nachrichten, dpa, 8.2.2007

Die Linkspartei.PDS hat eindringlich an Finanzminister Rainer Speer (SPD) appelliert, auf den geplanten Stellenabbau im Filmmuseum zu verzichten. Das Museum leiste seit vielen Jahren eine überregional anerkannte Kulturarbeit und begeisterte mit seinen qualitativ hochwertigen Veranstaltungen und Ausstellungen, sagte die Potsdamer PDS-Landtagsabgeordnete Anita Tack gestern. Bis 2010 sollen sechs von ursprünglich 27 Stellen in Deutschlands ältestem Filmmuseum wegfallen. (...) „Unter diesen eingeschränkten Bedingungen ist eine qualifizierte Arbeit nur unter Höchsten Anstrengungen und mit ehrenamtlichen Engagement möglich.” Ein weiterer Abbau wäre nicht zu verkraften.

Stellenabbau im Filmmuseum ist längst beschlossenen Sache
Potsdamer Neueste Nachrichten, D. B., 7.2.2007

Der geplante Abbau im Filmmuseum von derzeit 26 auf 21 Personalstellen bis Ende des Jahres 2010 ist längst beschlossenen Sache. Wie Ingo Decker, Pressesprecher im brandenburgischen Finanzministerium, den PNN auf Anfrage sagte, sei der Stellenabbau schon in der Personalbedarfsplanung im Haushaltsjahr 2005 entschieden worden. (...) Neben dem Filmmuseum seien alle Landeseinrichtungen von dem Stellenabbau betroffen, sagte Decker. Wie der Personalabbau im Potsdamer Filmmuseum umgesetzt werden kann, soll in Gesprächen geklärt werden, sagte Holger Drews, Pressesprecher des für das Filmmuseum verantwortlichen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Der Stellenabbau kann nicht durch die so genannte Verrentung aufgefangen werden, da niemand der Angestellten im Filmmuseum in dieser Zeit in Rente geht. „Wir müssen in den kommenden Gesprächen überprüfen, ob durch Umstrukturierungen oder Versetzungen in andere Bereiche der geforderte Stellenabbau realisiert werden kann“, sagte Drews. Bärbel Dalichow, Leiterin des Filmmuseums, hatte gegenüber den PNN von „Kulturzerstörung“ gesprochen. Denn mit dem Personalabbau verliere sie 25 Prozent ihrer Belegschaft und könne unter diesen Umständen nicht mehr den derzeitigen Standard im Haus an der Breiten Straße aufrechterhalten. Durch die Planungen der Landesregierung werde die Arbeit von 20 Jahren zerstört, so Dalichow. (...) Der kulturpolitische Sprecher der Linke.PDS im Landtag, Gerd-Rüdiger Hoffmann, forderte das Kulturministerium auf, für das Filmmuseum zu kämpfen.

Filmmuseum Potsdam soll Personal abbauen
Potsdamer Neueste Nachrichten, D. B., 6.2.2007

Dem Potsdamer Filmmuseum droht ein Personalabbau in Größenordnung: Bis Ende des Jahres 2010 soll der Personalbestand im Museum von derzeit 27 auf 21 Stellen abgebaut werden. „Das sind 25 Prozent meiner Mitarbeiter”, sagte gestern Museumsleiterin Bärbel Dalichow. „Mit diesem Personalabbau wird die Arbeit von 20 Jahren zerstört”, so Dalichow. Der derzeitige Standard des Hauses in der Breiten Straße sei mit weniger Mitarbeitern nicht aufrecht zu erhalten. Hintergrund sind Planungen der Landesregierung, zusätzliche Stellen im Landesdienst zu streichen.

Kein bevorzugter Standort
Märkische Allgemeine Zeitung (dpa), 29.8.2006, Sonja Haase

Oberbürgermeister Jann Jakobs sieht die Debatte um Altes Rathaus, Broksches Palais und die Große Stadtschule als mögliche neue Standorte für das Potsdam-Museum als „Spekulation“ an. Das sagte er gestern bei einem Rundgang durch die fünf Miniausstellungen von Einrichtungen, die sich noch bis Samstag unter dem Motto „Museen haben Freunde” im Sterncenter präsentieren. (...) Ziel der Schau sei es, neue Besucher in die Innenstadt-Museumshäuser zu locken. Ich finde es erstaunlich, dass viele das Filmmuseum gar nicht kennen“, sagte Roman Lubach von eben jenem Museum. Um ihn herum standen Schaukästen mit Filmrequisiten und ein Fernseher, vor dem schon bald Kinder saßen und Märchenfilme schauten. (...) „Guck’ mal in deinem Kulturetat nach“, sagte Jakobs lächelnd zu seiner Kulturbeigeordneten Gabriele Fischer. 200.000 Euro wären nötig. Fischer schwieg.

Geld für Filmmuseum
Märkische Allgemeine Zeitung (dpa), 9.5.2006

Für zwei neue Projekte erhält das Filmmuseum Potsdam vom brandenburgischen Kulturministerium knapp 10.000 Euro. Das Geld sei für die Werkschauen „60 Jahre DEFA” und „Roman Polanski” bestimmt, teilte das Kulturministerium mit. „Das Filmmuseum Potsdam prägt mit seinen Filmen, Ausstellungen und Veranstaltungen das kulturelle Leben weit über Potsdam hinaus”, würdigte Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) das Engagement des Hauses.

Die Gralshüter
Das Filmmuseum feierte seinen 25. Geburtstag: Der Gabentisch war reich gedeckt
Potsdamer Neueste Nachrichten, 10.4.2006, Heidi Jäger

Kitty, die Filmkatze schaut zufrieden aus der Glasvitrine. Auch ohne Moritz und ihre Litfasssäule läuft alles rund. Ihre Herbergsmutter, Filmmuseums-Chefin Bärbel Dalichow, lässt ihren seidigen Goldrock zu den Rhythmen von DJ Peter Hartwig, der im sonstigen Leben Filmproduzent ist, rauschen. (...)
Zu den illustren Gästen der Geburtstagsparty gehören ganz zur Freude von Kitty auch ihre eigenen Erfinder: Autorin Christa Kozik und Regisseur Rolf Losansky. (...)
Regisseur Roland Gräf ist auszumachen und pünktlich zum Tanz auch Andreas Dresen. Uwe Fleischer, einst Chef der Trickfilmwerkstatt, hat eine alte Holzsäge unterm Arm. Mit der wurden einst die herrlichsten Kulissen gestaltet. Gestaltungskraft ist schließlich auch ein Markenzeichen des Filmmuseums in seinen 25 kreativen Lebensjahren. Die filmisch durchsetzte Rückschau erinnert an so manche Sternstunden, in der sich ein Zipfel der Leinwandmagie ganz authentisch packen ließ. Stars wie Wim Wenders, Hildegard Knef, Erwin Geschonneck, Armin Mueller-Stahl, Leni Riefenstahl, Ilse Werner oder der Maler Derek Jarman durchschritten den geschichtsträchtigen Ort, an dem einst Orangen blühten und königliche Pferde ihre müden Glieder betteten.
Bei all’ den Gratulationsreden fiel immer wieder auch das Wort Zuhause. Der Manager des Filmparks, Matthias Voß, sprach vom Filmmuseum als Gralshüter der Geschichte: „Hier findet der Cineast Tiefe und Inhalt. Wenn man wertvolle Dinge hat, gibt man sie Bärbel Dalichow.“ (...) Als ein Haus, das Unmögliches möglich macht, lobt Knut Elstermann in seiner (...) Rede den Jubilar. Er hatte eines der originellsten Geschenke dabei: einen Original-Nasenspüler von Prof. Schmidt. „Hilft garantiert gegen jede Erkältung“ – verspricht der Hersteller, der einst als kleiner Muck die Filmwelt eroberte.
Vier dicke Bücher mit allen von 1946 bis 1992 in Babelsberg produzierten Kino- und Fernsehfilmen überreicht Ulrich Kling, Leiter des Studio- und Atelierbetriebs. An die 1000 Filme mit Drehstab sind darin handschriftlich notiert. (...)
Und da zum guten Ton auch die Musik gehört, überreicht schließlich Musikschuldirektor Wolfgang Thiel mit einem lachenden und einem weinenden Auge ein ganzes Paket alter Schallplatten aus seinem Privatbesitz. Musikalisch mischte sich auch Katrin Sass in den erinnerungsbeladenen Abend. (...) Die (...) die Stimmung anheizende Show war der rechte Übergang, um schließlich in der „Lounge“ das Tanzbein zu schwingen – wohlwollend beäugt von Kittys durchdringendem Blick.

Mehr Besucher im Filmmuseum
Märkische Allgemeine Zeitung, 29.12.2005

Das Potsdamer Filmmuseum hat 2005 einen Besucherzuwachs von rund 33 Prozent verbucht. 80.000 Gäste seien in diesem Jahr begrüßt worden, hieß es in der Pressemitteilung des Museums. Besondere Anziehungskraft habe die Ausstellung „Märchenland Babelsberg”, hieß es weiter. Auch das Museumskino sei gut besucht gewesen. Im kommenden Jahr wird das Museum 25 Jahre alt.

Kinogeschichte in historischem Bauwerk
Filmspiegel 4/1977

Als Filmmuseum der DDR wird in den kommenden Jahren der von Knobelsdorff 1746 umgebaute ehemalige Marstall in Potsdam in alter Schönheit wiedererstehen. Erstmalig werden dabei in diesem Umfang Restauratoren und Kunsthandwerker des Spezialbetriebes für Denkmalpflege (PKZ) aus Polen in Potsdam tätig sein. (Unsere Aufnahme zeigt den Mittelteil des Bauwerks im ursprünglichen Zustand..) In einem ADN-Gespräch erläuterte Direktor Rudi Büttner erste Einzelheiten der umfangreichen Vorarbeiten. „Die Einrichtung des Filmmuseums im ehemaligen Marstall entspricht den für Potsdam typischen Besonderheiten zur Nutzung historischer Gebäude. Die günstige Lage im Zentrum der Stadt und in einem Ensemble kultureller Einrichtungen bietet gute Voraussetzungen für die Befriedigung der wachsenden kulturellen Bedürfnisse auch der Potsdamer Bürger.“ Büttner verwies darauf, dass die Stadt mit den DEFA-Studios Heimstatt der sozialistischen Filmproduktion und mit der Hochschule für Film und Fernsehen für die Ausbildung von Filmschöpfern sei. „Im künftigen Filmmuseum sollen die vielfältigen Zusammenhänge von Geschichte und Gegenwart des Films für einen breiten Besucherkreis optisch und plastisch vermittelt und die Traditionen der humanistischen und sozialistischen Filmkunst gepflegt und bewahrt werden. Außerdem sind Begegnungen von Filmschöpfern und Besuchern vorgesehen. Obwohl noch an einigen konzeptionellen Fragen und Detailaussagen gearbeitet wird, lassen sich bereits Profil und Grundstrukturen des Filmmuseums bestimmen. Es wird über eine ständige Ausstellung auf einer Fläche von etwa 800 m2 verfügen, in dem die künstlerische, ideologische, politische und materiell-technische Entwicklung des Films gezeigt wird. Zum künftigen Filmmuseum wird auch ein Filmtheater mit moderner Wiedergabetechnik und etwa 140 Plätzen gehören. Vorgesehen sind differenzierte Aufführungen für Museumsbesucher und dem abendlichen Publikum. Zum Repertoire werden klassische Werke der Kinematographie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart gehören. Außerdem zählen dazu: das Kameraprogramm des Staatlichen Filmarchivs und das Repertoire der Filmkunsttheater sowie Leistungsschauen der DEFA-Studios, der Hochschule für Film und Fernsehen und des Amateur-Filmschaffens der Republik. Direktor Büttner appellierte an alle Bürger, die im Besitz technischer Geräte des Films, der Wiedergabe- und Aufnahmetechnik, alter Filmliteratur, Filmzeitschriften etc. sind, diese dem Filmmuseum bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Sanssouci in Potsdam zur Verfügung zu stellen oder zum Kauf anzubieten.
© 2012 Filmmuseum Potsdam | Realisiert durch die ARTEMiSiUM GmbH & Co. KG
Social Media
RSS-Feed-Icon Die Filmmuseums-Neuigkeiten als RSS-Feed abonnieren.

iCalendar-Icon Die Filmmuseums-Termine als iCalendar abonnieren.


Social Networks
| |


Kulturpartner
» Potsdam 2011 - Stadt des Films
» Tourismus-Marketing Brandenburg
» Kinematheksverbund
» Neuer Kunstkalender Potsdam




facebook Das Filmmuseum Potsdam auf Facebook
image