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Blick in den Kinosaal, Foto: h neun, Berlin
Blick in den Kinosaal, Foto: h neun, Berlin 

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„Luise. Königin der Herzen”
Begleitprogramm zur Wechselausstellung

2010

Freilichtkino im Garten der Russischen Kolonie Alexandrowka |Filmmatinee zur HBPG-Ausstellung „SIBYLLE. Modefotografie und Frauenbilder in der DDR” | Abgedreht | | „Zwischen allen Stühlen“ – Die Tagebücher Victor Klemperers

Freilichtkino im Garten der Russischen Kolonie Alexandrowka


Eine Kooperation des Filmmuseums Potsdam und des Museums Alexandrowka.
Zeit: Jeden Freitag und Samstag im August, 21 Uhr (Einlass ab 20 Uhr)
Veranstaltungsort: Museum Alexandrowka/ Russische Kolonie Alexandrowka, 14469 Potsdam
Eintritt: 6,50 Euro, ermäßigt 5,50 Euro; Stummfilm mit Livemusik (28.8.): 10 Euro, ermäßigt 8 Euro
Getränkeverkauf und Grill.
Kartenreservierung/ Programminfo: 0331-27181-12, www.filmmuseum-potsdam.de

Nehmen Sie Platz im Garten des Museums Alexandrowka und erleben Sie unvergessliche Sommerabende und herausragende Kinofilme in der von Peter Joseph Lenné entworfenen und unter dem Schutz der UNESCO stehenden Russischen Kolonie Alexandrowka. Zur Kolonie Alexandrowka gehören zwölf Blockhäuser im russischen Stil, umgeben von malerischen Obstgärten. Einer der Höhepunkte des auf den Spielort abgestimmten Filmprogramms ist die Vorführung des Stummfilms „Panzerkreuzer Potemkin“ am 28.8. mit Livemusik. Einlass zu allen Veranstaltungen ab 20 Uhr, Beginn 21 Uhr. Geboten werden Getränke und Leckeres vom Grill.

Programm
6.8. Ein russischer Sommer
R: Michael Hofmann, R: Christopher Plummer, Helen Mirren, James McAvoy, D/RUS 2009, 112’
Den Sommer des Jahres 1910 verbringt Leo Tolstoi im Kreis der Familie. Die Presse belagert den Familiensitz des weltberühmten Autors in zauberhafter Sommerlandschaft, nichts kann er tun, ohne dass es einen Tag später bereits in der Zeitung steht. Während seine temperamentvolle Ehefrau Sofja Tolstoi davon abhalten möchte die Rechte an seinem Werk dem Volk zu schenken, entdeckt sein junger Privatsekretär Valentin die Liebe. Der bewegende Film besticht durch die Leistungen seiner Darsteller. Frankfurter Buchmesse 2009: Beste internationale Literaturverfilmung.

7.8. Versailles
R: Pierre Schoeller, D: Gillaume Depardieu, Judih Chemla, Max Baissette, F 2008, 113‘, OmU
An die weltberühmte Barockanlage von Versailles grenzen dichte Wälder, in denen im Sommer die Aussteiger leben. Auch der eigenwillige Damien hat sich hierhin zurückgezogen. Eines Tages tauchen Nina und ihr fünfjähriger Sohn Enzo bei Damien auf. Nach einer gemeinsamen Nacht am Feuer ist Nina plötzlich verschwunden. Sie hat das Kind zurückgelassen und Damien steht vor der Situation, erstmals nicht nur für sich selbst verantwortlich zu sein. Nach und nach entwickelt sich zwischen dem spröden Damien und dem Jungen eine zurückhaltende Zuneigung. Grandiose Schauspieler in einem berührenden Film.

13.8. Einer flog über das Kuckucksnest
R: Miloš Forman, D: Jack Nicholson, Louise Fletcher, Danny DeVito, USA 1975, 133’
Ausgezeichnet mit fünf Oscars brachte der Film dem aus der Tschechoslowakei emigrierten Forman den Durchbruch. McMurphy, Trinker und Raufbold, wird in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, wo sein Geisteszustand untersucht werden soll. Der schlitzohrige Anarchist begehrt gegen das von Schwester Ratched perfekt organisierte System auf, dessen Repressionen die Patienten bis zu McMurphys Auftauchen hilflos ausgeliefert waren.

14.8. Der Feuerwehrball
R: Miloš Forman, D: Jan Vostrcil, Josef Kolb, Josef Svet, ČSSR/I 1967, 73‘, OmeU
Feuerwehrball in einer tschechischen Kleinstadt. Die Gewinnerin der Wahl zur „Miss Feuerwehrball“ soll dem 86-jährigen Ehrenhauptmann eine Geschenkschatulle überreichen. Doch die halbnackt vorgeführten Mädchen machen den Männern des Festkomitees einen Strich durch die Rechnung. Als auf dem Höhepunkt des Balls ein Feuer das Haus eines alten Mannes vernichtet, ist das Chaos perfekt. Auch die Lose der großen Tombola können den Geschädigten nicht trösten, da die meisten Preise mittlerweile gestohlen wurden. Formans früher Film ist ein humoristisches Meisterwerk über die gedankenverlorene Skrupellosigkeit des Menschen.

20.8. Der fantastische Mr. Fox
R: Wes Anderson, USA 2009, Animation, 87‘
Mr. Fox hat hat das Versprechen gegeben, die Hühnerjagd ein für alle Male zu unterlassen und könnte nun mit Frau, Sohn und Neffe ein beschauliches Familienleben führen. Doch die alte Leidenschaft übt noch immer magische Wirkung auf ihn aus und so stellt er sich eines Tages die Frage, ob ein Fuchs ohne Hühnerjagd überhaupt jemals glücklich sein kann. Der Rückfall führt zu ernsten Problemen, denn drei Bauern trachten dem gewieften Fuchs nach dem Leben. Doch Mr. Fox hat einen genialen, einen fantastischen Plan, um die tölpelhaften Bauern zu überlisten. Wunderbarer Animationsfilm von Wes Anderson mit liebenswürdig verkorksten Charakteren.

21.8. Schwarze Katze, weißer Kater
R: Emir Kusturica, D: Bajram Severdzan, Srdan Todorovic, Branca Kadic, F/D/Jugoslawien 1998, 129’
Zigeuner Matko ist ein Tollpatsch. Von Gauner Dadan wird er bei einem „Geschäft“ übers Ohr gehauen. Der großzügige Dadan will Matko die dabei entstanden Schulden erlassen, wenn dessen Sohn Dadans Tochter heiratet. Doch Matkos Sohn ist bereits verliebt und hält nichts von einer Hochzeit. Die muss aber auf jeden Fall stattfinden, sonst steckt Matko in der Klemme. Es gibt nur noch einen Ausweg aus der Misere: Die Regeln besagen, dass bei einem Todesfall in der Familie keine Hochzeit stattfinden darf. Die filmische Zigeunerballade schlägt unglaubliche Kapriolen – voller Witz und grotesker Ereignisse. Die Filmmusik ist einzigartig.

27.8. Der Garten
R: Martin Šulík, D: Marián Labuda, Roman Luknár, Zuzana Sulajová, Slowakei 1995, 95’
Wie in jedem Jahr zeigen wir Martin Šulíks poetischen Film über die Suche nach der verlorenen Unschuld, für den es keinen besseren Ort geben kann, um ihn zu sehen, als eben einen Garten. Der junge Lehrer Jakub zieht sich in den Garten seines Großvaters auf dem Lande zurück. Während sein Vater verlangt, dass er endlich herausfinden soll, was er vom Leben will, wird Jakubs Selbsterkenntnis von der geheimnisvollen Helene befördert, die magische Fähigkeiten besitzt.

28.8. Stummfilm mit Livemusik: Panzerkreuzer Potemkin
R: Sergej M. Eisenstein, D: Alexandr Antonow, Wladimir Barskij, UdSSR 1925, restaurierte Fassung, 70’
Der junge Eisenstein erhielt den Staatsauftrag, eine Reihe von Filmen anlässlich des 20. Jahrestags der Revolution von 1905 zu drehen. Er realisierte nur eine Episode: die Meuterei auf dem Panzerkreuzer Potemkin und die Solidarisierung der Bevölkerung von Odessa mit den Aufständischen. Das Meisterwerk hatte im Dezember 1925 Premiere und setzt bis heute filmische Maßstäbe. Mit Livemusik von Helmut Schulte.

Filmmatinee zur HBPG-Ausstellung „SIBYLLE. Modefotografie und Frauenbilder in der DDR”


22. August 2010, 11 Uhr

Träume nicht Sibylle
R: Julie Schrader, D 2001, Dok., 58’
1994 machen sich vier Frauen auf, die letzte DDR-Modezeitschrift zu retten. Die „Sibylle“ war aber auch mehr als nur ein Modeheft. Das ungewöhnliche Journal machte Lust auf Individualität im oft tristen DDR-Alltag, gab Anregungen und Ratschläge und half bei der Improvisation, die ständiger Mangel notwendig machte. Mode wurde nicht auf Kleidung reduziert, sondern stand genauso selbstverständlich im Zusammenhang mit alltäglichen Lebensbereichen wie mit Kunst und Kultur.

Besuchern wird bei Vorlage der Kinokarte der ermäßigte Eintrittspreis in die Ausstellung „SIBYLLE. Modefotografie und Frauenbilder in der DDR“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte gewährt.
In der dortigen Ausstellung werden ausgewählte Fotoserien gezeigt, kombiniert mit Aussagen von Redakteurinnen, Mannequins und Fotografen. Es werden Einblicke in die Arbeitsweise und -bedingungen bei der Moderedaktion der SIBYLLE ermöglicht, von Zensur und künstlerischer Freiheit berichtet, von Mangelwirtschaft und Improvisationstalent, von Gleichberechtigung und SED-Frauenpolitik, von Berufstätigkeit und Familienleben. Bekleidungsstücke des Modeinstituts der DDR und des VHB Exquisit, Filmausschnitte von Modesendungen der DDR und ein Exkurs über die Bildsprache und ästhetischen Besonderheiten der Fotografien ergänzen die Themen.

Abgedreht


Filmabend zu den Aktionstagen „Zur Darstellung psychisch kranker Menschen in den Medien“
1. Oktober 2010, 18 Uhr
Eine Veranstaltung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Brandenburg e.V. in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam.

Der achte Aktionstag zur Darstellung psychisch kranker Menschen in den Medien steht unter dem Titel „Von der Anstalt zur Inklusion“ und beleuchtet wesentliche Wendepunkte in der Psychiatrie.
20 Jahre nach der Wiedervereinigung kommt mit dem Film „Die Hölle von „Ueckermünde“ ein sehr beeindruckendes filmisches Dokument der Anstaltsbetreuung aus dem Jahr 1993 nochmals zur Aufführung. In der anschließenden Podiumsdiskussion besteht die Gelegenheit, mit dem Autor und Regisseur Ernst Klee sowie weiteren Zeitzeugen diesen aufrüttelnden Film speziell in seiner Bedeutung für den folgenden Prozess der Enthospitalisierung zu bewerten.
Mit dem Begriff der Inklusion soll auf einen weiteren Wendepunkt in der Psychiatrie hingewiesen werden, der ganz aktuell durch die UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2009 bestimmt wurde. Die Konvention stellt die Rechte von Menschen mit Behinderungen in den Rang von Menschenrechten, so dass auch in der aktuellen Debatte Fragen zum Menschenbild und zur inklusiven Lebenssituation von psychisch kranken Menschen aufgeworfen werden.
Die damit aufgerufene Institutionskritik wird zum Abschluss des Filmabends mit „Einer flog über das Kuckucksnest“ in einem weiteren filmischen Meilenstein zu sehen sein und die Zuschauer fesseln.


Ablauf:
18:00
Begrüßung: Christine Großer (Vorstand, Der PARITÄTISCHE), Elona Müller (Beigeordnete der Stadt Potsdam)
18:30
Die Hölle von Ueckermünde
R: Ernst Klee, D 1993, Dok., 43’
19:15
Podiumsdiskussion: „Von der Anstalt zur Inklusion – Wendepunkte in der Psychiatrie“
mit Ernst Klee (Autor und Regisseur, angefragt), Cordula Lemcke (Mitarbeiterin bei der AWO Betreuungsdienste, Wittstock), Andreas Habicht (ehem. Leiter des Heimbereichs der Klinik Brandenburg-Görden), Dr. Jörgen Fuchs (ehem. Leiter der Fachambulanz der Nervenklinik Schwerin)
20:00
Empfang im Foyer
Musikalisches Rahmenprogramm: „Music Accent“
20:30
Einer flog über das Kuckucksnest
R: Miloš Forman, D: Jack Nicholson, Louise Fletcher, Danny DeVito, USA 1975, 133’

Zu den Filmen:
Die Hölle von Ueckermünde
R: Ernst Klee, D 1993
Diese Reportage, erstmals 1993 in der ARD ausgestrahlt, gilt bis heute als Prüfstein für die Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Deutschland. Am Beispiel zweier Anstalten in den neuen Bundesländern zeigt der Film einen teilweise schockierenden Umgang mit behinderten Menschen, der in keiner Weise zeitgemäß erscheint.

Einer flog über das Kuckucksnest
R: Miloš Forman, USA 1975
Randle Patrick McMurphy, Trinker und Raufbold, wird in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, wo sein Geisteszustand untersucht werden soll. Er begehrt gegen das von Schwester Ratched perfekt organisierte System auf, dessen Repressionen die Patienten hilflos ausgeliefert sind.
Ausgezeichnet mit fünf Oscars brachte der Film dem aus der Tschechoslowakei emigrierten Miloš Forman den Durchbruch und frischen, populären Wind in die „Psychatrie-Debatte“.


Stummfilm mit Livemusik: Die Frau, nach der man sich sehnt


Im Begleitprogramm zur Ausstellung: „Preußens Eros – Preußens Musen” im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
27. November 2010, 20 Uhr

Die Frau, nach der man sich sehnt
R: Kurt Bernhardt, D: Marlene Dietrich, Fritz Kortner, D 1929, 76’
Auf der Zugfahrt in die Flitterwochen begegnet der Industriellensohn Henri Leblanc der geheimnisvollen Stascha. Ihre Schönheit zieht ihn in ihren Bann. Stascha sucht Schutz vor dem Verbrecher Dr. Karoff, der mit ihr reist. Blind entschlossen der Schönen zu helfen, lässt Henri seine Braut zurück, folgt den beiden nach Cannes und führt ein tragisches Finale herbei.
Stilistisch einprägsames Melodram, in dem Marlene Dietrich – kurz vor Ende der Stummfilm-Ära – erstmals als Femme fatale brillierte.
An der Welte-Kinoorgel: Helmut Schulte

„Zwischen allen Stühlen“ – Die Tagebücher Victor Klemperers


Multimediale Lesung mit Theaterwissenschaftler Olaf Jelinski
28. Oktober 2010, 20 Uhr
Eine Kooperation von Filmmuseum Potsdam und Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg

1949 wurden BRD und DDR gegründet, prägnantes Ergebnis einer Konfrontationspolitik von der die Nachkriegszeit bestimmt war. Um den Spuren und Zäsuren der Entstehungsgeschichte beider deutschen Staaten nachzugehen, stellen die Tagebücher des Romanisten und Universitätsprofessors Victor Klemperer ganz besondere Zeitzeugnisse dar. Nach der Befreiung wollte sich der unter den Nationalsozialisten verfolgte und von seinem Katheder verdrängte Victor Klemperer aktiv am Aufbau eines neuen Deutschlands beteiligen. Angesichts der konsequenteren Politik der Kommunisten gegenüber den ehemaligen Nazis, hielt er dafür die sowjetische Besatzungszone und später die DDR für geeigneter. Er zog mit seiner Frau Eva zurück in sein Haus in Dresden-Dölzschen, aus dem sie 1940 vertrieben worden waren. Doch kamen ihm bald angesichts der stalinistischen Tendenzen in Ostdeutschland ernste Zweifel an der gewählten Alternative. Der Titel der Ausgabe seiner Tagebücher von 1945 bis 1959, „So sitze ich denn zwischen allen Stühlen“, gibt diesem tiefen Konflikt Ausdruck.
In einer multimedialen Lesung wird der Theaterwissenschaftler Olaf Jelinski der Atmosphäre des Jahres 1949 nachspüren. Ausgewählte Passagen aus den Tagebüchern Victor Klemperers werden von korrespondierenden Wochenschauen aus Ost und West begleitet. Die mediale Reflexion von zentralen Ereignissen aus Politik, Kultur und Alltagsleben kombiniert mit den Gedanken und Gefühlen Victor Klemperers zeichnen ein außergewöhnliches Stimmungs- und Lagebild aus der Frühphase des geteilten Deutschlands.
(Eintritt frei)
© 2010 Filmmuseum Potsdam | Realisiert durch die ARTEMiSiUM GmbH & Co. KG

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