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Szenenfoto aus „Frau im Mond” (1929) aus der Filmreihe „90 Jahre Babelsberg”
Szenenfoto aus „Frau im Mond” (1929) aus der Filmreihe „90 Jahre Babelsberg” 

» Babelsberger Filmgeschichte

90 Jahre Babelsberg – Erinnerungen und Fundstücke

Januar - Dezember 2002
Aufs Land nach Nowawes bei Babelsberg reiste am 12. Februar 1912 eine dänische Schauspielerin, die sich gerade daran zu gewöhnen begann, Liebling der brodelnden Weltstadt Berlin zu sein. Auf sie, die Erotische, Exotische, warteten Techniker und Mitwirkende, vor allem: ihretwegen hatte man mit neuen Methoden eine Art Palmenhaus gebaut, damit möglichst viel Licht auf ihre schlanke Gestalt fallen würde, denn Asta Nielsen war das Zugpferd einer neuen Branche.
90 Jahre später ist das Glashaus verschwunden, das Backsteingebäude steht noch und gehört dem ORB. Wieder versucht eine Frau, Gabriela Bacher, im Studio Babelsberg ihr Glück, diesmal als Produzentin und Geschäftsführerin.
In neun Jahrzehnten entstanden hier mehr als 3000 Kino- und Fernsehfilme, hier produzierten die Firmen Bioscop, Decla, Ufa, DEFA, Studio Babelsberg und der ORB. In den 20er Jahren bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts war die Ufa- und DEFA-Stadt die größte Filmfabrik Europas.
Zu allen Zeiten kooperieren die wechselnden Geschäftsleitungen mit den Mächtigen aus Politik und Finanzwelt, waren abhängig von Wirtschaftslage und Geschichte. Wonach die Zuschauer sich jeweils sehnten und wovon sich die Hersteller Erfolg versprachen, zeigen Filme und Publikumslieblinge aus Babelsberg.
Beim 90. Geburtstag von Studio Babelsberg sind die Firmenchefs und Mitarbeiter nicht in Sektstimmung, denn längst ist das Europäische Medienzentrum nicht standsicher. Wird das Mediendienstleistungsgewerbe genug Aufträge bekommen? Geht es wirklich ohne Eigenproduktionen von Spielfilmen? Wann schreibt Babelsberg endlich schwarze Zahlen? Was wird aus dem ORB? Vorsichtig wartet man deshalb wohl mit dem Fest auf den 100. Geburtstag 2012.
Für einen Rückblick 2002 ist dennoch gesorgt, denn das Filmmuseum widmet sich seit 20 Jahren der Firmen- und Produktgeschichte. Gemeinsam mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv, der Progress Filmverleih GmbH, dem Filmverband Brandenburg e.V. und dem Brandenburgischen Literaturkollegium e.V. können Zuschauer im Jahre 2002 an 30 Filmabenden zwischen Januar und Dezember Filme und Filmemacher wiedersehen.

Dr. Bärbel Dalichow
Museumsdirektorin

Projektentwicklung und Koordinierung: Dorett Molitor
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