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Gattaca
Gattaca 

» Ausstellungsbegleitung

GOTTS Hollywood-Ikonen

Acht Jahre lang reiste der Fotograf Andy Gotts durch die Welt, um die großen Stars des englischen und amerikanischen Kinos zu fotografieren. Der erste, den er tatsächlich vor die Kamera bekam, war Joss Ackland, der den Künstler an Greta Scacchi weiterempfahl. Ihre Empfehlung wiederum öffnete die nächste Tür. George Clooney, Adrien Brody, Gwyneth Paltrow folgten, aber auch Vertreter der älteren Generation wie Paul Newman, Julie Christie und Kirk Douglas gewährten dem jungen Fotografen eine „Audienz” und schickten ihn ihrerseits weiter zu berühmten Freunden und Kollegen. Durch dieses Schneeballprinzip entstanden weit über einhundert hinreißende, oft sehr persönliche, großformatige schwarz-weißen Porträts, ein „Who’s Who” des Kinos. Für die Verkaufsausstellung wurden mehr als 60 von ihnen ausgewählt und sind nun, nach dem ungeheuren Erfolg in London, in unserem Haus zu sehen, bevor 2007 ihre USA-Tournee startet. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Bilder und des Kataloges gehen als Spende an die Diabetesforschung, denn „wenigstens einmal im Leben sollte jeder ein uneigennütziges Vorhaben verwirklichen, um anderen zu dienen, gut zu sein und um einen Fußabdruck auf der Erde zu hinterlassen ...” (Andy Gotts)
Wir hatten den Fotografen um seine Wunschfilme für die Ausstellung gebeten und natürlich eine Filmreihe mit „seinen” Stars bekommen. Sie startete am Eröffnungsabend mit „Brassed Off”. Weitere Wunschfilme von Andy Gotts waren: der Science-Fiction-Thriller „Gattaca”, Robert Altmans Gesellschaftssatire „Gosford Park”, die Weltraummission der „Apollo 13”, Steven Soderberghs Las-Vegas-Hommage „Ocean’s Eleven”, Mel Brooks’ Verfilmung eines Broadway-Musicals „The Producers” und die erfolgreiche Gangsterkomödie „Ladykillers” aus dem Jahr 1955.

Brassed Off
GB 1996, R: Mark Herman, D: Ewan McGregor, Pete Postlethwaite, OmU, 107’
Die Mitglieder einer traditionsreichen Blaskapelle sehen vor dem Hintergrund der drohenden Schließung ihrer Kohlenzeche keine Zukunft mehr. Die schwere Krankheit ihres Leiters reißt sie jedoch wieder aus ihrer Resignation, und sie machen sich auf den Weg zum Endausscheid des Musikwettbewerbs in London. Zwischen Komik und Tragik balancierend, überzeugt der Film vor allem durch sein großartiges Schauspielerensemble aus Berufs- und Laiendarstellern.

Gattaca
USA 1997, R: Andrew Niccol, D: Ethan Hawke, Uma Thurman, Gore Vidal, Jude Law, 105’
Erstmals wird das Thema Gen-Manipulation in einem Hollywoodfilm behandelt. In naher Zukunft wird die Gesellschaft in zwei Klassen aufgeteilt sein: auf der einen Seite die genetisch erzeugten Menschen mit allen Chancen zum gesellschaftlichen Aufstieg, auf der anderen die Invaliden, d.h. biologisch gezeugten Menschen. Zu letzteren gehört Vincent. Durch einen Trick gelingt es ihm jedoch, eine Anstellung in dem Raumfahrtkonzern Gattaca zu ergattern. Als dort ein Mord passiert, scheint er entlarvt. Andrew Niccol, früher Werbefilmer, plädiert in seinem Film für Gefühle, Chaos und Menschlichkeit, gegen Sterilität und Maschinenmenschen ohne Individualität.

Gosford Park
USA/GB/D/I 2001, R: Robert Altman, D: Maggie Smith, Michael Gambon, Kristin Scott Thomas, Alan Bates, OmU, 137’
Adeligen-Treffen: 1932 lädt ein steinreicher Engländer seine Verwandtschaft und Gäste aus Amerika für ein Wochenende zur Jagd auf seinen Landsitz ‚Gosford Park’ ein. Freiwillig ist niemand gekommen, aber jeder ist auf irgendeine Weise von ihm und seinem Geld abhängig. Als ein Mord geschieht, sind alle verdächtig – auch das Personal. Das doppelbödige Kammerspiel, elegant inszeniert und von brillanten Schauspielern getragen,
verdichtet sich zur augenzwinkernden Bestandsaufnahme einer Klassengesellschaft, deren Dienstboten das Verhalten ihrer Herren und deren Dünkel spiegeln.

Apollo 13
USA 1994, R: Ron Howard, D: Tom Hanks, Bill Paxton, Kevin Bacon, OmU, 140’
Der Film rekonstruiert die beinahe tödlich endende Mission des Raumfahrt-Projekts „Apollo 13" im Jahr 1970. Regisseur Ron Howard gelang eine technisch brillante Pseudo-Dokumentation ohne allzu viel Beiwerk. Frappierende Simulationen der tatsächlichen Ereignisse münden in eine triumphale Akklamation menschlichen Erfindungsgeistes und technischen Fortschritts.

Ocean’s Eleven
USA 2001, R: Steven Soderbergh, D: George Clooney, Julia Roberts, Matt Damon, 116’
Ein genialer Coup soll es einem Gentleman-Gauner ermöglichen, drei Casinos in Las Vegas zur gleichen Zeit auszurauben. Damit will er nicht nur einen rücksichtslosen Obergauner schädigen, sondern diesem auch die Geliebte ausspannen, mit der er selbst schon verheiratet war. Das Remake der Gaunerkomödie "Frankie und seine Spießgesellen" (1960) wartet mit einem bestechenden Darsteller-Ensemble auf. Der raffiniert komponierte Film will eigentlich ‚nur’ perfekte Unterhaltung sein. Gerade darin liegt seine außergewöhnliche Meisterschaft.

The Producers
USA 2005, R: Susan Stroman, D: Nathan Lane, Matthew Broderick, Uma Thurman, 134’
Ein vor dem Ruin stehender Broadway-Produzent und sein Buchhalter wollen durch einen akribisch geplanten Flop zu Geld kommen. Stattdessen landen sie einen Hit. Die Verfilmung des erfolgreichen Broadway-Musicals, basierend auf dem Spielfilmdebüt des Komponisten, Autors, Regisseurs und Schauspielers Mel Brooks ("Frühling für Hitler", 1967), orientiert sich an den klassischen Musicals der 1950er-Jahre. Der Film überzeugt durch seine perfekte Einheit aus Tanz, Gesang und Handlung. Den Schauspielern werden bemerkenswerte tänzerische Fähigkeiten entlockt. Auch durch die überbordende Spiellaune aller Akteure ein uneingeschränktes Vergnügen.

Ladykillers
USA 1955, R: Alexander Mackendrick, D: Alec Guinness, Cecil Parker, Herbert Lom, Peter Sellers, 91’
Fünf als Streicherquintett getarnte Gangster streiten sich, wer von ihnen ihre Vermieterin, eine alte vertrauensselige Dame, umbringen soll. Kriminallustspiel der besten britischen Art, mit makabrem Witz, geist- und einfallsreich inszeniert und brillant gespielt: ein Meilenstein des britischen Unterhaltungsfilms (Lex.d. int. Films) und Lieblingsfilm von Andy Gotts.

Ist das Leben nicht schön? It’s a Wonderful Life
USA 1947, R: Frank Capra, D: James Stewart, Lionel Barrymore, 125’
Ein echter und immer wieder gern gesehener Weihnachtsklassiker: George Bailey (James Stewart) glaubt gefehlt zu haben und versucht, sich am Weihnachtstag umzubringen. Doch im letzten Moment wird Bailey von einem Engel gerettet. Als er den Wunsch äußert, nie geboren zu sein, wird ihm dieser prompt erfüllt, und der Engel führt ihm seinen Heimatort Bedford Falls vor, wie schrecklich dieser ohne ihn geworden wäre. Der Film ist eine Hymne auf Nachbarschaftsgeist und Kleinstadtvertraulichkeit, die nicht zuletzt auch einen Gegenentwurf zur gesellschaftlich-politischen Katerstimmung im Amerika der ersten Nachkriegsjahre versucht.

Charlie und die Schokoladenfabrik Charlie and the Chocolate Factory
USA/GB 2005, R: Tim Burton, D: Johnny Depp, Freddie Highmore, Helena Bonham Carter, 115’
Schokolade gehört zur Vorweihnachtszeit, aber gleich soviel, wie in diesem Film??? Die Welt hält den Atem an: Der reiche Schokoladenfabrikant Willy Wonka hat ein sensationelles Gewinnspiel gestartet und in fünf Schokoladenriegeln jeweils ein goldenes Ticket versteckt. Die Gewinner dürfen Wonkas Schokoladenfabrik besichtigen. Charlie, das Kind armer Eltern, hat das Glück, eines der begehrten Tickets zu erhalten ...

The Rocky Horror Picture Show
GB 1974, R: Jim Sharman und Richard O′Brien, D: Tim Curry, Susan Sarandon, 85’
Die blutjunge Susan Sarandon (ebenfalls von Andy Gotts fotografiert) gerät in diesem schrillen Klassiker des 70er-Jahre-Pop in ein Schloss, das von monströsen Wesen unter der Herrschaft eines Transvestiten bevölkert ist. Unter ihnen: Meat Loaf! Der Film ist eine bizarr-groteske Pop-Parodie auf Horror-, Monster-, Science-Fiction- und Musikfilme und voll bewusster Angriffe auf moralische und geschmackliche Konventionen.

Syriana
USA 2005, R: Stephen Gaghan, D: George Clooney, Matt Damon, 128’
Syriana – eine Regiearbeit Stephen Gaghans, der für sein Drehbuch zu Soderberghs „Traffic" 2000 einen Oscar erhalten hatte, ist ein ambitionierter Politthriller um die Machenschaften internationaler Ölkonzerne.

American Dreamz – Alles nur Show
USA 2006, R: Paul Weitz, D: Hugh Grant, Dennis Quaid, 100’
Eine Satire auf Talente-Shows und ein „kleines Komödienkunstwerk über die Kultur der Oberflächlichkeit” (fd).

Das Staraufgebot für beide Filme ist groß. George Clooney, Matt Damon, Greta Scacchi sind die Helden von „Syriana”. Alle drei hatten – wie über einhundert ihrer Schauspieler-Kollegen – dem unbekannten Fotografen Andy Gotts erlaubt, sie zu portraitieren. In unserer Ausstellung sind nicht nur diese Portraits zu sehen, sondern auch die Erinnerungen des Fotografen an die mitunter sonderbaren Begegnungen nachzulesen: Mit Clooney hatte Gotts vor dem Shooting in dessen italienischem Landhaus fürstlich gefrühstückt; Greta Scacchi war die Erste, die sich zu einem Portrait bereit erklärt und den Fotografen weiterempfohlen hatte. Das Treffen mit Matt Damon lässt der Fotograf allerdings im Dunkeln ...
Porträts von Hugh Grant, Dennis Quaid und Willem Dafoe, den Stars aus „American Dreamz”, fehlen noch im Œuvre von Andy Gotts. Vielleicht steckte hinter seinem Filmwunsch eine Absicht?
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