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Willy Fritsch und Lilian Harvey in "Der Kongreß tanzt"
Willy Fritsch und Lilian Harvey in "Der Kongreß tanzt" 

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Lilian Harvey

Biographie


eigtl. Lilian Helen Muriel Pape; nennt sich nach dem Mädchennamen ihrer Großmutter Harvey
19.01.1906
Geboren in London-Hornsey
Vater: Kaufmann Walter Bruno Pape aus Magdeburg
Bruder Walter Pape wird Standfotograf und Kameramann
Harvey wächst in London auf und erhält während der Schulzeit Ballettunterricht.
1914
Nach Kriegsbeginn lassen sich die Papes in Berlin nieder. Lilian verbringt die Kriegsjahre bei einer Tante in Solothurn (Schweiz).
1923
Nach dem Abitur in Berlin tritt sie in die Ballettschule von Mary Zimmermann an der Staatsoper Berlin ein. Sie geht mit der Truppe auf Tournee durch die Tschechoslowakei, Ungarn und Österreich und nennt sich nun Lilian Harvey.
1924
Nach einem Revue-Engagement in Wien am Ronacher Theater wird sie für den Film Der Fluch (R: Robert Land) verpflichtet. Der Berliner Regisseur und Produzent Richard Eichberg nimmt sie unter Vertrag.
1925
Erste Hauptrolle als Partnerin Otto Gebührs in Richard Eichbergs Melodram Leidenschaft
1926
Eichberg verpflichtet für Die keusche Susanne Willy Fritsch als ihren Partner und bringt damit das spätere „Traumpaar des deutschen Films“ erstmals zusammen.
1928
Harvey löst den für sie ungünstigen Vertrag mit Eichberg und wechselt nach Prozessen vor dem Arbeitsgericht zur Ufa.
1930
Vor allem mit den Tonfilmoperetten Die Drei von der Tankstelle (R: Wilhelm Thiele), dem im Folgejahr uraufgeführten Der Kongreß tanzt (R: Erik Charell), mit Zwei Herzen und ein Schlag (R: Wilhelm Thiele) und Ein blonder Traum (R: Paul Martin) aus dem Jahre 1932 sowie Ich und die Kaiserin (R: Friedrich Hollaender) von 1933 formt die Ufa sie zum sprichwörtlich „süßesten Mädel der Welt“.
1931
Sie lernt Paul Martin kennen, der fortan ihr bevorzugter Regisseur und ihr Lebensgefährte ist.
1932
Harvey unterschreibt einen Vertrag mit der 20th Century-Fox. Sie kann aber Paul Martin in Hollywood nicht als ihren Regisseur durchsetzen. Ihre vier amerikanischen Filme sind keine großen Erfolge.
Es kursieren Gerüchte: Harvey soll sich abfällig über Deutschland geäußert und einen Antrag auf US-Staatsbürgerschaft gestellt haben. Daraufhin erscheinen Anfeindungen gegen sie in der deutschen Presse.
Januar 1935
Sie kehrt nach Europa zurück und schließt einen neuen Vertrag mit der Ufa.
1936
Mit Glückskinder und Sieben Ohrfeigen aus dem Jahre 1937 (beide R: Paul Martin) kann sie gemeinsam mit ihrem Partner Fritsch an ihre früheren Erfolge anknüpfen.
1937/1938
Sie präsentiert sich in Rollen, die ihr dramatischere Mittel abverlangen. Als Partnerin von Vittorio De Sica dreht sie in Italien Castelli in aria sowie die deutsche Version Ins blaue Leben.
Sie verhilft dem bedrohten Choreografen Jens Keith zur Flucht in die Schweiz und wird daraufhin von der Gestapo vernommen.
1937
Nach der Trennung von Paul Martin erfüllt sie in Deutschland nur noch ihre vertraglichen Pflichten: Frau am Steuer (R: Paul Martin) wird ihr letzter Ufa-Film.
Frühjahr 1939
Harvey emigriert unter Zurücklassung des größten Teils ihres Vermögens nach Frankreich. Sie spielt eine Rolle in der Schubert-Biographie Sérénade (R: Jean Boyer), an deren Produktion sie sich finanziell beteiligt. Dieser und der letzte Film ihrer Karriere Miquette (R: Jean Boyer) sind Misserfolge, auch wegen der sich verschlechternden politischen Lage.
Herbst 1939
Nach Kriegsbeginn engagiert sie sich in Paris intensiv für die Betreuung der französischen Truppen und für internierte Ausländer.
1941
Angesichts der drohenden Besetzung Südfrankreichs geht sie über Barcelona und Lissabon in die USA.
Oktober 1941
Sie arbeitet in Hollywood freiwillig zwei Jahre lang für das Rote Kreuz und hat engen Kontakt zu Marlene Dietrich, Loretta Young und Charlie Chaplin.
1942
Von den deutschen Behörden wird ihr die Staatsbürgerschaft aberkannt und ihr Vermögen konfisziert. Filmangebote, ausschließlich Nebenrollen, darunter eine in Casablanca (R: Michael Curtiz, 1942), lehnt sie ab. Sie übernimmt Bühnenengagements in den USA und Kanada.
Dezember 1946
Rückkehr nach Paris. Sie tritt in der Revue „Paris s’amuse“ auf, gastiert in der französischen Provinz und in Belgien und macht diverse Gesangstourneen.
1949/1950
Erste Gastspielreise durch die Bundesrepublik
1953
Heirat mit dem dänischen Theateragenten Hartvig Valeur-Larsen. 1957 wird die Ehe geschieden.
1957 – 1961
Sie lebt zurückgezogen, züchtet Schnecken, eröffnet eine Boutique, baut Bungalows auf ihrem Grundstück und vermietet sie an Feriengäste.
1961
Comeback-Versuche als Bühnenschauspielerin des gehobenen Boulevards scheitern.
27.07.1968
Harvey stirbt in Juan-Les-Pins, Cap d′ Antibes.


Zusammenstellung: Peter Warnecke

Filmographie Lilian Harvey unter Filmographie Lilian Harvey www.filmmuseum-potsdam.de/de/480-2803.htm
Mehr unter Über Lilian Harvey www.filmmuseum-potsdam.de/de/480-2808.htm
Aus der Sammlung Wieb Renkema unter Aus der Sammlung Wieb Renkema www.filmmuseum-potsdam.de/de/480-2807.htm
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