Am 11. März feiert Doris Borkmann ihren 75. Geburtstag. Anfang der 1950er Jahre absolviert sie eine praktische und theoretische Ausbildung in den Abteilungen Fotografie und Kopierwerkstechnik des DEFA-Spielfilmstudios in Babelsberg mit dem Ziel Regie-Assistentin zu werden. Zuerst arbeitet sie als Cutter-Assistentin, bevor sie zum ersten Mal Konrad Petzold bei Abenteuer in Bamsdorf assistiert. Seither steht Borkmann an der Seite bedeutender DEFA-Regisseure: mit Kurt Maetzig macht sie zwischen 1958 und 1975 sieben Filme, 18 Jahre ist sie Assistenz-Regisseurin in allen Filmen Konrad Wolfs, ab 1989 assistiert sie Frank Beyer bei seinen Kino- und Fernsehproduktionen. Nach 40 Jahren legt sie 1996 eine Pause ein, doch kaum ein Jahr danach beginnt ihre Zusammenarbeit mit Andreas Dresen, für dessen Filme sie die Schauspieler castet.
Zeugnisse ihres Arbeitslebens – Arbeitsdrehbücher, Produktionsunterlagen, Notiz- und Filmtagebücher, Briefabschriften sowie Werkfotos aus den Jahren 1958 bis 1998 – bewahrt das Filmmuseum in seinen Sammlungen auf.
Ihrem Wunsch folgend gratuliert ihr das Filmmuseum mit Ginger und Fred von Federico Fellini.
Näheres unter
„Ginger und Fred“ am 17. und 21. März im Filmmuseum Potsdam bzw. unter www.filmmuseum-potsdam.de/html/de/398-0-5363.htm und unter
„Ginger und Fred“ am 19. März im Filmmuseum Potsdam bzw. unter www.filmmuseum-potsdam.de/html/de/398-0-5390.htm
Seinen 75. Geburtstag feiert der Regisseur Siegfried Kühn am 14. März. Der in Breslau (heute Wroclaw) Geborene arbeitet Anfang der 1950er Jahre einige Zeit als Bergbau-Ingenieur, ehe er 1958 an der Filmhochschule in Babelsberg ein Regiestudium beginnt, das er am WGIK in Moskau bei dem sowjetischen Regisseur Sergej Gerassimow fortsetzt. Nach seinem Abschluss und einer kurzen Tätigkeit am Moskauer Satire-Theater, kehrt er 1966 in die DDR zurück und wird Regieassistent bei Günter Reischs Jungfer, sie gefällt mir. 1970 debütiert er als DEFA-Spielfilmregisseur mit Im Spannungsfeld, im Jahr darauf kommt Zeit der Störche in die Kinos. Sein Das zweite Leben des Georg Wilhelm Friedrich Platow aus dem Jahr 1973 – einer der wichtigsten DEFA-Filme der 1970er Jahre – wird unter fadenscheinigen Begründungen lediglich in den Filmkunsttheatern aufgeführt. International erfolgreich wird 1988 sein Film Die Lügnerin mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle, die auf dem Filmfestival in Karlovy Vary als Beste Darstellerin ausgezeichnet wird. Nach dem Ende der DEFA zieht er sich aus der Filmarbeit zurück.
Das Filmmuseum gratuliert Siegfried Kühn herzlich zu seinem Geburtstag und zeigt seine Goethe-Adaption Wahlverwandtschaften.
Näheres unter
Wiederaufführung von „Wahlverwandtschaften“ im Filmmuseum Potsdam bzw. unter www.filmmuseum-potsdam.de/html/de/398-0-5357.htm
Das Filmmuseum gratuliert der Filmarchitektin Gisela Schultze, die am 28. März ebenfalls 75 Jahre alt wird. Seit der zweiten Hälfte der 1960er Jahre arbeitet sie für die DEFA, ihr erster Film ist 1967 Hochzeitsnacht im Regen von Horst Seemann. In den folgenden Jahren setzt sie vor allem die Entwürfe des DEFA-Szenenbildners Alfred Hirschmeier um, für Filme von Frank Beyer ( Die sieben Affären der Dońa Juanita, 1973, Jakob der Lügner , 1975, Der Aufenthalt, 1983 und Bockshorn, 1984), von Lothar Warneke ( Addio, piccola mia, 1979 und Unser kurzes Leben, 1981), von Rainer Simon ( Die Besteigung des Chimborazo, 1989), von Konrad Wolf (Goya, 1971 und Solo Sunny, 1980) oder Roland Gräf ( Der Tangospieler, 1991).
Nach dem Ende der DEFA arbeitet Gisela Schultze noch einmal für Studio Babelsberg und den Film Taking Sides – Der Fall Furtwängler von István Szabó.
Gisela Schultze übergab dem Filmmuseum Skizzen, Zeichnungen und Werkfotos.

caption: Filmmuseum Potsdam, Breite Straße 1A, 14467 Potsdam, Phone 0331 27181-12 | Photo: M. Thomas
Jubiläen im März 2010
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