DEFA: Entwürfe aus fünf Jahrzehnten
Szenen- und Kostümbildentwürfe aus der Sammlung des Filmmuseums Potsdam
17. Mai 1996 – 16. Juni 1996
Am Vorabend des 50. DEFA-Geburtstages öffnete das Filmmuseum seine Schatzkammern und präsentierte Szenenbild- und Kostümentwürfe aus fünf Jahrzehnten DEFA-Spielfilmproduktion. Modelle und prächtige Originalkostüme machten die Schau attraktiv. Eine umfangreiche Auswahl der seit 1990 kontinuierlich zusammengetragenen Szenographien und Kostümbilder wurde erstmals einem Publikum vorgestellt. Die Schau wurde ergänzt von Stücken aus der Sammlung des Filmmuseums, darunter Kostüme, Fotos, Dokumente, optische Drehbücher sowie die später umgebaute Kamera, mit der Wolfgang Staudte fünfzig Jahre zuvor den DEFA-Klassiker Die Mörder sind unter uns gedreht hat.
Szenographien entstehen als Arbeitsmaterial für einen konkreten Film und bleiben in der Regel ein internes Zwischenprodukt auf dem Weg ins Kino. Die Schau stellte Entwürfe von 28 Szenenbildnern vor, unter ihnen Harry Leupold, Hans Poppe, Paul Lehmann, Georg Wratsch, Otto Erdmann, Willy Schiller – und nicht zuletzt würdigte sie den schöpferischen Reichtum des soeben verstorbenen Alfred Hirschmeier mit Arbeiten, die seine Methode vom Foto des Originalschauplatzes bis hin zum fertigen Szenenbild erkennen ließen.
Die Exponate öffneten nicht nur den Blick für unterschiedliche Handschriften und Arbeitsweisen oder waren filmgeschichtlich spannend, sondern viele sind über ihre eigentliche Funktion hinaus Kunstwerke, denen ein Publikum gewöhnlich versagt bleibt. So war nicht bekannt, dass die Geburt des Films Die Geschichte vom kleinen Muck von zauberhaften Aquarellen des Kunstmalers Heinz Zeise begleitet war; ebenso wenig, dass von Wolfgang Staudtes nie realisiertem „Mutter Courage“-Projekt szenographische Entwürfe von Max Douy im Verborgenen die Zeiten überdauert haben.
Einen ganz eigenen Reiz hatten auch die Entwürfe von sieben Kostümbildnern, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen waren. Neben Arbeiten z. B. von Hans Kieselbach zum Singenden, klingenden Bäumchen, von Walter Schulze-Mittendorf zu Fünf Tage – Fünf Nächte oder von Christiane Dorst zu Anton der Zauberer gab es wunderschöne Entwürfe zum Kleinen Muck: die Figurinen der Kostümbildnerin Sibylle Gerstner.
Kuratorin: Elke Schieber (FMP)
Pressereaktionen zu "DEFA: Entwürfe aus fünf Jahrzehnten" bzw. unter www.filmmuseum-potsdam.de/html/de/407-4265.htm




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